Uri ringt um junge Talente
Im Kanton Uri fehlen laut einer kleinen Anfrage strukturelle Förderangebote für junge Talente. Die Regierung setzt bei Sport, Musik und Gestaltung weiter auf Lösungen im Einzelfall.

Im Kanton Uri bleibt die Förderung junger Talente ein Streitthema. Ausgelöst wurde die Debatte durch eine kleine Anfrage von Ruedi Wyrsch aus Flüelen, die er im Mai an die Urner Regierung gerichtet hatte. Sein Vorwurf: Für begabte Kinder und Jugendliche gebe es im Kanton zu wenig verbindliche Strukturen.
Fehlende Angebote im Fokus
Nach Darstellung des Mitte-Landrats mangelt es vor allem auf der Volks- und Sekundarstufe an fest verankerten Fördermöglichkeiten. Betroffen seien unterschiedliche Bereiche, darunter Sport, Musik und Gestaltung. Wer besondere Fähigkeiten mitbringe, müsse deshalb oft ausserkantonale Angebote suchen.
Genau darin sieht Wyrsch ein Problem für Uri: Wenn junge Leistungsstarke früh auf Institutionen ausserhalb des Kantons angewiesen sind, verliere der Kanton nicht nur Talente, sondern auch Entwicklungspotenzial. Die Kritik zielt damit weniger auf Einzelfälle als auf die grundsätzliche Organisation der Talentförderung.
Regierung bleibt bei Einzelfällen
Die Urner Regierung hält laut dem vorliegenden Bericht jedoch weiterhin an Einzelfalllösungen fest. Leistungszentren für junge Talente gibt es im Kanton demnach nicht. Damit bleibt die zentrale Forderung nach stärker verankerten Strukturen vorerst offen.
- Thema der Anfrage: Förderung junger Talente
- Bereiche: Sport, Musik, Gestaltung
- Kritikpunkt: fehlende Angebote auf Volks- und Sekundarstufe
- Folge: Ausweichen auf Institutionen ausserhalb des Kantons
Die Diskussion zeigt, dass Talentförderung in Uri längst nicht nur den Sport betrifft. Auch kreative und musikalische Begabungen stehen im Fokus – und damit die Frage, ob der Kanton künftig mehr eigene Strukturen aufbauen will oder weiter auf individuelle Lösungen setzt.
Foto: bote_ch