UNO-Chef reist nach Zypern
UNO-Generalsekretär Antonio Guterres besucht ab Montag bis Mittwoch die geteilte Insel Zypern. Er will prüfen, ob die seit 2017 festgefahrenen Gespräche zwischen griechischen und türkischen Zyprern wieder in Bewegung kommen können.

Antonio Guterres reist am Montag nach Zypern, um auf der seit Jahrzehnten geteilten Mittelmeer-Insel die Lage auszuloten. Der Besuch des UNO-Generalsekretärs dauert bis Mittwoch und ist der erste eines UN-Chefs auf Zypern seit 2010. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob es nach Jahren des Stillstands wieder Bewegung in den Bemühungen um ein Ende der Teilung geben kann.
Geplant sind Gespräche mit politischen Vertretern der griechisch-zyprischen und der türkisch-zyprischen Seite. Die Verhandlungen über eine Lösung liegen seit dem Scheitern im Jahr 2017 auf Eis. Guterres will nun ausloten, ob sich die blockierten Kontakte wieder anschieben lassen.
Konflikt seit mehr als 50 Jahren
Die Teilung Zyperns geht auf einen Konflikt zurück, der bereits seit über 50 Jahren andauert. Auslöser war 1974 eine türkische Militärintervention, nachdem zuvor ein griechischer Putschversuch mit dem Ziel einer Vereinigung mit Griechenland gescheitert war. Seitdem ist die Insel politisch getrennt: Im Süden liegt die international anerkannte Republik Zypern, im Norden die nur von Ankara anerkannte Türkische Republik Nordzypern.
- Der Süden setzt auf eine Wiedervereinigung.
- Der Norden fordert mit Unterstützung der Türkei eine Zweistaatenlösung.
- Zwischen beiden Teilen liegt eine von der UNO kontrollierte Pufferzone.
Die gesamte Insel gehört zwar seit 2004 zur EU, doch das EU-Recht gilt nur im Süden. Zusätzlich brisant: Anfang Juli unterzeichneten die Türkei und der Norden eine Absichtserklärung für eine 97 Kilometer lange Unterwasser-Erdgaspipeline, die laut türkischen Angaben 2028 in Betrieb gehen soll. Ankara sieht darin einen Beitrag zur Energiesicherheit des Nordens.
Neue Spannung um Energieprojekt
Die Regierung der Republik Zypern in Nikosia kritisierte die Vereinbarung mit der Türkei scharf. Damit trifft Guterres bei seinem Besuch auf eine ohnehin angespannte Lage. Ob seine Gespräche einen neuen Anlauf im Zypern-Konflikt ermöglichen, dürfte sich in den kommenden Tagen zeigen.