UNESCO kürt neue Welterbestätten
Bei der UNESCO-Sitzung im südkoreanischen Busan sind bereits 23 von 33 nominierten Stätten neu ins Welterbe aufgenommen worden. Darunter sind der Olymp in Griechenland, die D-Day-Strände in der Normandie und Festungen im Libanon.

Das UNESCO-Welterbekomitee tagt noch bis Montag im südkoreanischen Busan – und ein Punkt sorgt wie jedes Jahr besonders für Aufmerksamkeit: die Entscheidung über neue Welterbestätten. 33 Orte waren diesmal nominiert, 23 davon wurden bereits neu in die Liste aufgenommen. Die Spannweite reicht von bedeutenden Kulturorten bis zu Landschaften mit außergewöhnlichem Naturwert.
Weltweit umfasst die Welterbeliste derzeit rund 1.250 Stätten in 170 Ländern. Die UNESCO vergibt den Status an Orte, denen ein besonderer universeller Wert zugeschrieben wird. In diesem Jahr überwiegen die Kulturstätten, rund ein Viertel der neu eingeschriebenen Orte zählt zum Naturerbe. Mit der Aufnahme ist auch eine klare Verpflichtung verbunden: Die jeweiligen Staaten müssen die Stätten schützen und für kommende Generationen bewahren.
Von der Normandie bis Japan
Zu den auffälligsten Neuzugängen gehört der Olymp in Griechenland, der sowohl wegen seiner Natur als auch wegen seiner Rolle in Mythologie und Geistesgeschichte berücksichtigt wurde. Ebenfalls neu auf der Liste: die fünf D-Day-Landungsstrände in der Normandie. Die UNESCO sieht in ihnen eine Kulturlandschaft, die bis heute stark von den Ereignissen des Jahres 1944 geprägt ist.
- 13 Gebäude von Alvar Aalto in Finnland
- die Waldsiedlung Zehlendorf als Erweiterung der Berliner modernen Wohnsiedlungen
- die Burg Alamut mit Befestigungen im Iran
- die buddhistische Stätte Sarnath in Indien
- Asuka-Fujiwara mit 19 archäologischen Stätten in Japan
- Standorte der Porzellanindustrie von Jingdezhen in China
Schutz bleibt die große Aufgabe
Dass der Titel allein nicht genügt, zeigt der Blick auf die Gefährdungsliste. Derzeit gelten rund 60 Welterbestätten als bedroht – etwa durch Klimawandel, Kriege, Naturkatastrophen oder Bauprojekte. Ein aktuelles Beispiel sind die fünf Festungen im Süden des Libanon: Sie wurden zwar neu aufgenommen, wegen der Kämpfe zwischen Israel und der Hisbollah aber sofort als gefährdet eingestuft.
Auch Österreich ist weiter stark vertreten: Insgesamt stehen zwölf Stätten des Landes auf der Welterbeliste. Die Entscheidungen von Busan zeigen erneut, wie breit das UNESCO-Erbe aufgestellt ist – von antiken Pilgerorten über moderne Architektur bis hin zu Schauplätzen, die tief im kollektiven Gedächtnis Europas verankert sind.