JETZT LIVE
Politik17. Juli 2026, 15:01 Uhr · von Redaktion

Über 500 Rohingya vermisst

Mehr als 500 Rohingya sind laut UNHCR nach ihrer Flucht über das Meer vermutlich ums Leben gekommen. Zwei Boote mit vielen Frauen und Kindern waren Ende Juni von Myanmar aus gestartet, eines sank wohl am 8. Juli.

Über 500 Rohingya vermisst

Bei der Flucht über das Meer werden mehr als 500 Rohingya vermisst. Nach Angaben des UNHCR waren Ende Juni zwei Boote mit Asylsuchenden aufgebrochen, darunter viele Frauen und Kinder. Inzwischen gilt es als wahrscheinlich, dass beide Boote gekentert sind und die meisten Menschen an Bord ertrunken sind.

Zu einem der Schiffe liegen dem Flüchtlingshilfswerk vorläufige Berichte vor, wonach es bereits am 8. Juli gesunken sein soll. Bei einem zweiten Boot mit rund 280 Passagieren brach demnach kurz nach dem Start jeder Kontakt ab. Gewissheit gibt es bislang nicht – was auf offener See genau passiert ist, könnte womöglich ungeklärt bleiben.

Flucht in der gefährlichsten Zeit

Die Überfahrt ist derzeit besonders riskant, weil der Monsun begonnen hat. Viele Rohingya sitzen auf einfachen Holzbooten, die für lange Fahrten auf dem Meer kaum geeignet sind. Trotzdem versuchen sie, nach Bangladesch, Indonesien oder Malaysia zu gelangen.

  • Abfahrt der Boote: Ende Juni
  • Betroffene: vor allem Rohingya, darunter Frauen und Kinder
  • Ziel vieler Flüchtender: Bangladesch, Indonesien oder Malaysia

Zwischen Krieg, Lagern und Ablehnung

Die Rohingya werden in Myanmar seit Jahrzehnten verfolgt und nicht als eigene Volksgruppe anerkannt. Ihnen wird auch die Staatsbürgerschaft verweigert. Besonders dramatisch ist die Lage im Staat Rakhine, wo neben dem Militär auch die Arakan-Armee gegen die Rohingya vorgeht. Viele Menschen sind dadurch zwischen die Fronten geraten.

Hunderttausende leben deshalb in überfüllten Lagern im Nachbarland Bangladesch. Dort fehlt es an Perspektiven, Arbeit und Sicherheit. Trotzdem ist auch nach einer geglückten Flucht nicht klar, ob sie aufgenommen werden: Immer wieder gibt es Berichte, dass Boote zurück aufs Meer geschickt werden. Die UNO fordert sichere Fluchtwege – bisher hat sich in der Region jedoch kein Staat dazu bereiterklärt, diese Menschen verlässlich aufzunehmen.