Tupac-Mord vor Gericht
Knapp 30 Jahre nach dem Mord an Tupac Shakur startet in Las Vegas der Prozess. Angeklagt ist ein heute 63-Jähriger, der die Tat 1996 organisiert haben soll, selbst aber nicht geschossen haben soll.

Fast drei Jahrzehnte nach dem gewaltsamen Tod von Tupac Shakur kommt Bewegung in einen der bekanntesten ungelösten Fälle der US-Rapgeschichte. In Las Vegas soll heute der Prozess beginnen – zunächst mit der Auswahl der Jury. Der Rapper war 1996 im Alter von 25 Jahren nach einem Angriff aus einem vorbeifahrenden Auto tödlich verletzt worden und starb sechs Tage später im Krankenhaus.
Festnahme erst 2023
Lange Zeit gab es in dem Fall kaum greifbare Fortschritte, dafür umso mehr Spekulationen. Erst vor drei Jahren meldeten die Behörden in Nevada eine Festnahme. Der nun Angeklagte ist 63 Jahre alt. Nach Darstellung der Ermittler soll er nicht selbst geschossen haben, aber den Mord organisiert haben.
Als mögliches Motiv nennen die Behörden eine Auseinandersetzung am Tattag, an der auch Tupac beteiligt gewesen sein soll. Hinzu kommen demnach Rivalitäten zwischen Gangs, vor allem aus Compton im Raum Los Angeles. Aus diesem Umfeld stammten auch einige Gründer von Tupacs damaligem Label Death Row – ebenso wie der frühere Gang-Leader, der jetzt vor Gericht steht.
Buch und Interviews brachten neue Dynamik
Besonders brisant: Der Angeklagte hatte 2019 ein Buch veröffentlicht, in dem er über den Mordfall schrieb. Dort und auch in Medieninterviews erklärte er laut Behörden, er habe die Waffe beschafft und selbst im Fluchtauto gesessen. Diese Aussagen hätten die Ermittlungen neu angekurbelt.
- 1996: Tupac Shakur wird bei einem Angriff angeschossen und stirbt sechs Tage später.
- 2019: Der spätere Angeklagte veröffentlicht ein Buch über den Fall.
- 2023: Die Behörden nehmen einen Verdächtigen fest.
- 2026: In Las Vegas beginnt nun der Prozess.
Die Ermittler gehen davon aus, dass der mutmaßliche Schütze inzwischen nicht mehr lebt. Trotzdem sehen sie den Angeklagten als mitverantwortlich für den Mord. Er selbst weist die Vorwürfe zurück und hat auf nicht schuldig plädiert. Damit steht nun ein Prozess bevor, auf den Fans und Beobachter schon seit fast 30 Jahren warten.
Foto: Wikimedia Commons / Alexis Doine, CC0