Trump lädt Reporter vor
In den USA wurden vier Journalisten der New York Times vor eine Bundesjury geladen. Hintergrund sind Berichte über mögliche Sicherheitslücken der neuen Air Force One, einem rund 400 Millionen Dollar teuren Geschenk aus Katar.

Donald Trump verschärft den Kurs gegen Medienberichte über seine neue Präsidentenmaschine. In den USA wurden am Freitag vier Journalistinnen und Journalisten der „New York Times“ vor eine Bundesjury geladen. Nach Angaben der Zeitung wurden einige der Vorladungen sogar an den Wohnadressen der Betroffenen von Bundesbeamten zugestellt.
Auslöser ist ein Bericht der „New York Times“ über mögliche Sicherheitsdefizite bei der neuen Air Force One. Die Zeitung hatte in der vergangenen Woche berichtet, Trump habe den NATO-Gipfel in der Türkei aus Sicherheitsgründen und auf Drängen des Secret Service zunächst mit der alten Präsidentenmaschine verlassen. Erst auf dem US-Stützpunkt RAF Mildenhall sei er dann für den Rückflug in die USA in das neue Flugzeug umgestiegen. Trump selbst hatte den Einsatz des alten Jets mit Nostalgie erklärt.
Streit um geheime Informationen
Die Vorladungen beziehen sich laut „New York Times“ auf einen mutmaßlichen Verstoß gegen Bundesstrafrecht. Medienanwalt David McCraw wertete das als Versuch, die Öffentlichkeit von brisanten Informationen fernzuhalten. Das US-Justizministerium äußerte sich laut Reuters nicht direkt zu den einzelnen Vorladungen, betonte aber, die Regierung verfolge keine Journalisten, sondern sorge sich um die Weitergabe geheimer Informationen.
Im Zentrum steht eine von Katar gespendete Boeing 747-8 im Wert von rund 400 Mio. Dollar. Dem Bericht zufolge fehlen der Maschine einige moderne Schutzsysteme, darunter laut Fachleuten auch sicherheitsrelevante Ausstattungen wie Raketenabwehrtechnik. Für Auslandsflüge könnte das ein Risiko darstellen.
Nur als Übergang gedacht
Die wichtigsten bekannten Punkte zur Maschine:
- Sie wurde Mitte Juni für Präsidentenflüge freigegeben.
- Die Luftstreitkräfte räumten dabei Abstriche bei seltener genutzten Einsatzfähigkeiten ein.
- Geplant ist der Jet als Übergangslösung, bis zwei bestellte Boeing-Maschinen für die Präsidentenflotte fertig sind.
Das Weiße Haus verteidigte die Sicherheit des Flugzeugs zwar grundsätzlich und sprach von hohen Schutzstandards. Konkrete Angaben dazu, welche Systeme an Bord fehlen oder nachgerüstet wurden, wurden jedoch nicht gemacht.