Trump kämpft gegen den Absturz
Vor den US-Zwischenwahlen geraten Donald Trumps Republikaner laut einem Politologen stark unter Druck. Besonders das Repräsentantenhaus gilt als akut gefährdet, auch im Senat wird es eng.
Der Start in den Wahlkampf für die US-Zwischenwahlen läuft für Donald Trump und seine Republikaner alles andere als rund. Der Politologe Matthew Wilson von der Southern Methodist University in Dallas sieht die Partei klar in der Defensive. Für ihn ist fast ausgemacht, dass die Republikaner bei den Midterms Anfang November ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus verlieren könnten. Auch der Senat sei kein Selbstläufer, sondern stehe laut seiner Einschätzung auf der Kippe.
Wirtschaft und neue Sorgen drücken
Entscheidend bleibt für viele Menschen in den USA weiter die Wirtschaft. Im Alltag geht es um hohe Kosten für Benzin, Lebensmittel, Wohnen, Bildung und ein Gesundheitssystem, das für viele kaum bezahlbar ist. Genau diese Themen prägen laut Wilson die Stimmung im Land – und damit auch die Wahlchancen der Partei des Präsidenten.
Hinzu kommt ein neues Reizthema: Datenzentren. Nach Einschätzung des Politologen ist die Debatte darüber in den vergangenen Monaten rasant gewachsen. Dabei geht es vor allem um Sorgen wegen Strom- und Wasserverbrauchs, aber auch um die Folgen von künstlicher Intelligenz. Weil Trump den Ausbau digitaler Infrastruktur und möglichst vieler Datenzentren ausdrücklich vorantreibt, landet die Kritik an diesem Kurs auch direkt bei ihm.
Ungewöhnlicher Parteitag als Risiko
Um gegenzusteuern, setzt Trump nun auf ein ungewöhnliches Mittel: einen Parteitag noch vor den Midterms. Bei den Republikanern ist das laut Bericht ein Novum, denn solche Großveranstaltungen sind sonst vor allem aus Präsidentschaftswahlen bekannt. Die Idee dahinter: die eigene Basis mobilisieren und eine klare Botschaft setzen.
- Schwache Zustimmungswerte für Trump
- Traditionell schwierige Midterms für die Partei des Präsidenten
- Wachsende Kritik an Wirtschaftslage und Datenzentren
Doch genau hier liegt aus Sicht von Wilson das Problem. Ein Parteitag kann nur helfen, wenn die Partei diszipliniert bei ihrer Linie bleibt. Ob das unter Trump gelingt, ist fraglich. Innerhalb der Republikaner wächst demnach die Sorge, dass der Präsident das Treffen in Dallas vor allem für sich selbst nutzen könnte – und weniger als geschlossenes Signal für seine Kandidatinnen und Kandidaten.
Quelle: SRF