Trump greift Selenskyj scharf an
Zwischen Donald Trump und Wolodymyr Selenskyj eskaliert der Ton erneut. In Washington warf Trump der Ukraine fehlende Gegenleistungen vor, während Selenskyj die USA wegen verzögerter Waffenlieferungen und Problemen beim Datenaustausch kritisiert.

Foto: Wikimedia Commons / Ali Shaker/VOA, Public domain
Zwischen Donald Trump und Wolodymyr Selenskyj verschärfen sich die Spannungen erneut. Der US-Präsident kritisierte in Washington die Unterstützung für die Ukraine und beklagte, sein Land habe viel geleistet, ohne dafür etwas zurückzubekommen. Gleichzeitig stellte Trump die Rolle Selenskyjs bei möglichen Friedensgesprächen mit Russland offen infrage.
Trump stellt Selenskyj infrage
Vor Journalisten sagte Trump, womöglich solle künftig jemand anderes als der ukrainische Präsident mit Russland verhandeln. Erst vor Kurzem hatte er sogar die Ablösung Selenskyjs gefordert. Zudem bewertete Trump das Verhalten Russlands im Ukraine-Krieg auffallend milde. Auch außenpolitisch setzte er ein Signal: Er zeigte sich offen für ein mögliches Treffen mit Russlands Präsidenten und Chinas Staatschef beim Apec-Gipfel im November in China.
- Trump wirft der Ukraine fehlende Gegenleistungen vor
- Er stellt Selenskyjs Rolle bei Verhandlungen infrage
- Ein Dreiertreffen beim Apec-Treffen schließt er nicht aus
Selenskyj beklagt gebremste Hilfe
Aus Kiew kamen fast zeitgleich deutliche Vorwürfe in Richtung Washington. Selenskyj sagte bei einem Treffen mit einer US-Kongressdelegation, Verzögerungen bei Waffenlieferungen und Einschränkungen beim Austausch von Geheimdienstinformationen seien unter Freunden kaum nachvollziehbar. Besonders kritisch sieht er ausbleibende Lieferungen von Patriot-Raketen und weiterer Luftabwehrmunition.
Nach Darstellung Selenskyjs blockiert Verteidigungsminister Pete Hegseth die Freigabe, obwohl NATO-Staaten diese Waffen bereits bezahlt hätten. Für den ukrainischen Präsidenten deutet das auf eine politische Entscheidung hin, die Unterstützung zurückzufahren. Aus dem US-Verteidigungsministerium kam jedoch Widerspruch: Ein ranghoher Beamter erklärte, beim Kaufprogramm für US-Waffen durch NATO-Staaten habe es keine Änderungen gegeben. Das gelte demnach auch für den Austausch von Geheimdienstinformationen.
Quelle: Tagesschau