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Politik20. Oktober 2026, 07:03 Uhr · von Redaktion

Gaza: Hilfe bricht weiter weg

Trotz seit gut einem Jahr geltender Waffenruhe bleibt die Lage im Gazastreifen dramatisch. Ärzte ohne Grenzen spricht von einer absoluten humanitären Krise, während das WFP seine Hilfe für Hunderttausende Menschen kürzt.

Gaza: Hilfe bricht weiter weg

Im Gazastreifen bleibt die Lage für die Zivilbevölkerung laut Hilfsorganisationen extrem angespannt. Obwohl dort seit gut einem Jahr eine Waffenruhe gilt, kommt es weiterhin zu Angriffen. Ärzte ohne Grenzen (MSF) warnt deshalb vor einer humanitären Notlage, die sich für viele Menschen im Alltag ganz konkret zeigt: zu wenig Schutz, zu wenig Wasser, zu wenig medizinische Versorgung.

Nach Angaben von MSF leben 94 Prozent der Bevölkerung auf engstem Raum in Zelten oder anderen Notunterkünften. Dazu kommen wiederkehrende Evakuierungsanordnungen und eine Wasserversorgung, die laut der Organisation ohnehin stark eingeschränkt ist und weiter abnimmt. Die Folgen sind auch gesundheitlich spürbar: Wegen schlechter Hygienebedingungen treten demnach Hautkrankheiten und weitere Infektionen auf.

Weniger Hilfe für noch mehr Bedürftige

Zusätzlich verschärfen Kürzungen bei internationalen Hilfen die Situation. Das UNO-Welternährungsprogramm (WFP) teilte mit, seine Unterstützung im Gazastreifen deutlich zurückfahren zu müssen. Rund eine halbe Million Palästinenser erhalten demnach ab sofort keine Hilfe mehr. Statt bisher 1,6 Millionen werden nun noch 1,1 Millionen Menschen mit Lebensmittelpaketen, Brot und Bargeld versorgt. Auch für jene, die weiter Leistungen bekommen, fällt die Hilfe geringer aus.

  • WFP reduziert die Versorgung von 1,6 auf 1,1 Millionen Menschen
  • Rund 500.000 Palästinenser fallen ganz aus dem Hilfsprogramm
  • Auch im Westjordanland war die Unterstützung bereits zuvor halbiert worden

Organisationen schlagen Alarm

Die Hilfsorganisation CARE nennt die Einschnitte beim WFP „höchst alarmierend“. Besonders Kinder seien durch Mangelernährung gefährdet, weil diese das Immunsystem schwäche und schwere Folgen für die Entwicklung haben könne. Laut WFP leiden aktuell 67 Prozent der Menschen im Gazastreifen unter akuter Ernährungsunsicherheit oder noch schlimmeren Bedingungen. Das ist zwar etwas weniger als Ende 2025, als der Anteil noch bei 77 Prozent lag – Entwarnung geben Fachleute aber nicht.

Auch die IPC-Initiative, die Ernährungskrisen weltweit beobachtet, geht trotz prognostizierter Verbesserungen bis Ende Dezember weiter von einem hohen Bedarf an humanitärer Hilfe aus. Für die Menschen vor Ort bedeutet das: Die Lage bleibt prekär, und ausgerechnet jetzt erreicht sie immer weniger Unterstützung.

Quelle: ORF