JETZT LIVE
Politik21. Juli 2026, 07:03 Uhr · von Redaktion

Trump feuert Zollhammer ab

US-Präsident Donald Trump belegt mehrere Waren aus Kanada mit neuen Zöllen von 50 Prozent. Die Abgaben sollen in 30 Tagen starten, Ottawa weist die Vorwürfe aus Washington entschieden zurück.

Trump feuert Zollhammer ab

Donald Trump verschärft den Handelsstreit mit Kanada deutlich: Der US-Präsident hat neue Einfuhrzölle von 50 Prozent auf mehrere Produkte aus dem Nachbarland angeordnet. Das Weiße Haus teilte mit, Trump habe die entsprechende Verfügung unterzeichnet. Als Begründung nennt Washington eine angeblich benachteiligende Behandlung von US-Waren durch die kanadische Regierung.

Nach Angaben aus dem Weißen Haus sollen die neuen Abgaben in 30 Tagen wirksam werden. Betroffen sind demnach unter anderem Wein, Hockeyschläger und Zement aus Kanada. Ausgenommen bleiben laut US-Regierung etwa Energieprodukte sowie Waren, die bereits unter andere branchenspezifische Zölle fallen.

Auch Freihandel betroffen

Brisant ist vor allem, dass die neuen Zölle auch Produkte treffen sollen, die eigentlich unter das Freihandelsabkommen zwischen den USA, Mexiko und Kanada fallen. Bisher waren Waren im Rahmen dieses nordamerikanischen Abkommens trotz Trumps breiter Zollpolitik weitgehend verschont geblieben. Für den aktuellen Schritt greift die US-Regierung nun auf eine wenig bekannte Rechtsgrundlage aus dem Jahr 1930 zurück, die Maßnahmen gegen Länder mit angeblich „diskriminierenden“ Handelspraktiken erlaubt.

  • Neue US-Zölle: 50 Prozent
  • Geplanter Start: in 30 Tagen
  • Beispiele für betroffene Waren: Wein, Hockeyschläger, Zement

Kanada weist Vorwürfe zurück

Kanadas Premierminister Mark Carney reagierte umgehend und wies die Darstellung aus Washington zurück. Er sprach von einem weiteren einseitigen Schritt der USA und verwies darauf, dass frühere US-Zölle aus kanadischer Sicht gegen das gemeinsame Abkommen verstoßen hätten. Die Gegenmaßnahmen seines Landes seien daher eine Reaktion auf diese Schritte gewesen.

Gleichzeitig signalisiert Ottawa weiter Gesprächsbereitschaft. Carney erklärte, Kanada habe bereits Vorschläge zur Lösung der Streitpunkte vorgelegt und sei bereit, die Verhandlungen darüber zu intensivieren. Damit droht der Konflikt zwar weiter zu eskalieren — komplett abgerissen sind die diplomatischen Drähte aber offenbar noch nicht.