Trump feuert Zoll-Drohung ab
Wegen Rauch von Waldbränden in Kanada verschärft US-Präsident Donald Trump den Ton. Er will die Kosten der Luftverschmutzung zu bestehenden Zöllen auf kanadische Importe dazurechnen.

Die schweren Waldbrände in Kanada haben nun auch die politische Ebene erreicht. US-Präsident Donald Trump macht das Nachbarland für die schlechte Luft in Teilen der USA verantwortlich und droht mit neuen wirtschaftlichen Konsequenzen. Auf seiner Plattform Truth Social kündigte er an, die durch den Rauch entstehenden Kosten müssten zu den bereits bestehenden Zöllen auf kanadische Waren addiert werden.
Auslöser sind vor allem zahlreiche Feuer in der Provinz Ontario sowie im nördlichen US-Bundesstaat Minnesota. Die Rauchschwaden zogen zuletzt weit über die Grenze hinaus und waren in großen Teilen des Nordostens spürbar. Betroffen waren dem Bericht zufolge auch Großstädte wie Toronto, Chicago, Detroit, Washington und New York. Dort wurde die Sicht auf die Skyline deutlich schlechter, zudem lag Brandgeruch in der Luft.
Trump attackiert Kanada
Trump wirft Kanada vor, seine Wälder und das Unterholz nicht ausreichend zu pflegen. Deshalb seien solche Brände überhaupt erst möglich, so seine Darstellung. Er kündigte außerdem an, Kanadas Premierminister Mark Carney anzurufen, um zu klären, was gegen die Luftverschmutzung unternommen werde. Wissenschaftlich wird die Zunahme von Waldbränden in Nordamerika laut Quelle allerdings vor allem mit dem Klimawandel in Verbindung gebracht.
- Rauch stammt vor allem aus Ontario und Minnesota
- Auswirkungen reichen bis in den Nordosten der USA
- Trump bringt zusätzliche Zölle ins Spiel
Auch das WM-Finale im Blick
Offen ist, ob der Rauch auch das Fußball-WM-Finale am Sonntag in New Jersey beeinflusst. Dort treffen Argentinien und Spanien aufeinander. Der Norden des Bundesstaats hat die Folgen der Brände bereits zu spüren bekommen. Wie stark das Spiel betroffen sein könnte, ist noch unklar. Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation dürfte sich die Luftqualität bis dahin immerhin leicht verbessern, für Samstag werden zudem Regenfälle erwartet.
Aus Kanada kam bereits scharfer Widerspruch. Ontarios Premier Doug Ford erklärte, statt sich zu beklagen, sollten Politiker lieber Unterstützung schicken. Kanada habe schließlich auch den amerikanischen Nachbarn geholfen.