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Politik7. Juli 2026, 07:00 Uhr · von Redaktion

Trump dominiert den NATO-Gipfel

Vor dem NATO-Gipfel in Ankara dreht sich erneut viel um US-Präsident Donald Trump. Streitpunkt bleiben die Verteidigungsausgaben, obwohl Europa laut NATO-Chef Mark Rutte bereits bei rund vier Prozent liegt.

Trump dominiert den NATO-Gipfel

Vor dem NATO-Gipfel in Ankara steht die Allianz unter Spannung: Eigentlich soll das Treffen Geschlossenheit demonstrieren, doch einmal mehr hängt vieles von US-Präsident Donald Trump ab. Der hatte kurz vor dem Gipfel erneut Kritik an den europäischen Partnern geübt und ihre Ausgaben für Verteidigung als zu niedrig dargestellt.

NATO-Generalsekretär Mark Rutte versucht deshalb zu beruhigen. Nach seinen Angaben steuert Europa klar auf das vereinbarte Fünf-Prozent-Ziel zu und liege aktuell bereits bei etwa vier Prozent. Gleichzeitig macht er Druck auf die Mitgliedstaaten: Von ihnen erwarte er konkrete und belastbare Pläne, wie die Marke erreicht werden soll.

Europa verweist auf Milliarden

In Europa ist man beim Thema Geld deutlich selbstbewusster. Fast alle Staaten haben zugesagt, bis 2035 mindestens fünf Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts in Verteidigung zu investieren. Deutschland könnte das Ziel laut Bundesregierung schon 2029 schaffen. Auch bei der Unterstützung der Ukraine haben die Europäer zusammen mit Kanada nachgelegt.

  • Jeweils 70 Milliarden Euro sollen 2026 und 2027 an die Ukraine fließen
  • Davon kommen jährlich 30 Milliarden Euro aus einem großen EU-Kredit
  • Der übrige Teil soll von NATO-Staaten kommen – ohne Beteiligung der USA

Die Botschaft dahinter ist klar: Europa will mehr Verantwortung übernehmen. Gleichzeitig wächst der Druck, die Ukraine nicht nur finanziell, sondern auch militärisch stärker zu stützen. Nach den jüngsten russischen Angriffen drängt Präsident Wolodymyr Selenskyj, der ebenfalls in Ankara ist, vor allem auf Entscheidungen zur Luftverteidigung.

Streitpunkt Hormus

Reibung droht außerdem bei der Absicherung der Straße von Hormus. Zwar ist das formal kein direkter NATO-Einsatz, doch die USA blicken laut Bericht weiter verärgert auf Europas Rolle. Frankreich und Großbritannien haben dafür eine Koalition der Willigen aufgebaut, an der sich laut Rutte inzwischen rund 40 Länder beteiligen. Auch Deutschland ist dabei, unter anderem mit einem Minensuchboot und einem Unterstützungsschiff.