Toy Story 5 kämpft um Kids
Mit „Toy Story 5“ greift Pixar ein Familienthema auf: Spielzeuge konkurrieren mit einem digitalen Gerät um die Aufmerksamkeit eines Kindes. Der Film erzählt dabei auch von Pixars eigenem Wandel nach 30 Jahren Erfolgsgeschichte.

„Toy Story 5“ macht ausgerechnet das zum Thema, womit viele Familien täglich ringen: die Macht von Bildschirmen im Kinderzimmer. Im neuen Pixar-Film müssen die Spielzeuge damit klarkommen, dass eine Achtjährige immer mehr Zeit mit einem digitalen Gerät namens „Lilypad“ verbringt. Statt nur auf Nostalgie zu setzen, verpackt der Film die Sorge, nicht mehr gebraucht zu werden, in eine moderne Geschichte über Aufmerksamkeit, Veränderung und Konkurrenz.
Spielzeug gegen Bildschirm
Im Zentrum steht diesmal nicht Woody, sondern Jessie, die die Spielzeuggruppe anführt. Das Tablet-ähnliche „Lilypad“ wird dabei zum neuen Rivalen im Kinderzimmer. Interessant ist: Der Film zeichnet Technik nicht einfach als Feindbild. Vielmehr geht es um ein Gefühl, das viele kennen – die Unsicherheit, wenn sich die Welt verändert und man seinen Platz neu finden muss.
Genau darin liegt auch die Ironie des Films. Denn mit Disney steckt hinter dem Projekt einer der größten Akteure im globalen Wettbewerb um Aufmerksamkeit. Trotzdem trifft „Toy Story 5“ offenbar einen Nerv, weil er die Debatte um Bildschirmzeit nicht platt ausspielt, sondern mit Wärme und Charme erzählt.
Pixar blickt auch auf sich selbst
Die Geschichte passt auffällig gut zur Entwicklung des Studios selbst. Pixar revolutionierte vor rund 30 Jahren mit dem ersten vollständig computeranimierten Langfilm „Toy Story“ die Branche. Der Ursprung des Studios reicht in die späten 1970er zurück, 1986 wurde die Sparte von Steve Jobs gekauft und in Pixar umbenannt. Nach dem Oscar für den Kurzfilm „Tin Toy“ 1988 folgte eine beispiellose Erfolgsphase mit Filmen wie:
- „Findet Nemo“
- „Ratatouille“
- „Wall-E“
Insgesamt holte das Studio laut Vorlage 22 Oscars mit dieser Mischung aus technischer Innovation und emotionalem Erzählen.
Heute ist Computeranimation jedoch Standard, die Konkurrenz größer und der Markt durch Streaming stark verändert. Seit der Disney-Übernahme 2006 setzt Pixar zudem verstärkt auf Fortsetzungen. So wirkt „Toy Story 5“ wie mehr als nur ein weiterer Franchise-Film: Er erzählt auch von der Angst, ersetzt zu werden. Und genau deshalb dürfte der Film für Kinder wie Erwachsene funktionieren.