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Politik4. November 2026, 19:02 Uhr · von Redaktion

Tigermücken-Virus jetzt in der Schweiz

Im Tessin sind erstmals in der Schweiz vier Chikungunya-Fälle lokal übertragen worden. Die Ansteckungen gehen auf die Magadinoebene bei Bellinzona zurück, die Behörden stufen das Risiko derzeit aber als gering ein.

Tigermücken-Virus jetzt in der Schweiz

Zum ersten Mal ist das Chikungunya-Virus in der Schweiz nicht nur eingeschleppt, sondern auch lokal übertragen worden. Betroffen sind laut den Behörden im Tessin vier Personen, die sich in der Magadinoebene nahe Bellinzona angesteckt haben sollen. Entscheidend dabei: Keine der betroffenen Personen war kurz zuvor in einem Gebiet unterwegs, in dem das Virus zirkuliert.

Nach Angaben des Tessiner Departements für Gesundheit und Soziales verliefen die Erkrankungen insgesamt glimpflich. Den vier Betroffenen gehe es gut, auch wenn bei ihnen teils weiterhin Gelenkbeschwerden bestehen. Genau diese Schmerzen gelten als typisch für Chikungunya und können noch lange nach der akuten Infektion anhalten.

Übertragen durch die Tigermücke

Das Virus wird von Mücken der Gattung Aedes übertragen, darunter die asiatische Tigermücke. Einheimische Mückenarten spielen bei dieser Krankheit nach den vorliegenden Angaben keine Rolle. Die Beschwerden beginnen meist einige Tage nach einem Stich und reichen von hohem Fieber bis zu starken Muskel-, Kopf- und vor allem Gelenkschmerzen, manchmal kommt noch ein Hautausschlag hinzu.

  • Vier lokale Fälle im Tessin
  • Gebiet: Magadinoebene bei Bellinzona
  • Verlauf laut Behörden günstig
  • Typisch: lang anhaltende Gelenkschmerzen

Warum der Fall für die Schweiz wichtig ist

Die asiatische Tigermücke ist in der Schweiz nicht neu: Im Tessin wurde sie bereits 2003 nachgewiesen, eine stabile Population folgte 2007 bei Chiasso. Inzwischen taucht sie entlang wichtiger Verkehrsachsen auch nördlich der Alpen auf, unter anderem in Basel und Zürich in kleinen Beständen. Nach lokalen Chikungunya-Ansteckungen in Frankreich und Italien sind die Fälle im Tessin nun die ersten bekannten autochthonen Übertragungen in der Schweiz.

Trotzdem bewerten die Behörden die Lage derzeit als risikoarm. Das Bundesamt für Gesundheit weist aber darauf hin, dass lokale Übertragungen möglich sind, wenn infizierte Reiserückkehrer in der Schweiz von einer Tigermücke gestochen werden. Seit April 2026 ist zudem mit Vimkunya ein Impfstoff für Menschen ab 12 Jahren zugelassen. Empfohlen wird er laut Experten derzeit vor allem für Reisen in aktuelle Ausbruchsgebiete – nicht für den Einsatz innerhalb der Schweiz.

Quelle: SRF