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Politik6. Juli 2026, 19:01 Uhr · von Redaktion

Teheran zeigt Rache statt Trauer

In Teheran ist der Sarg des getöteten iranischen Führers Ali Chamenei stundenlang durch die Stadt gefahren worden. Die Zeremonie setzte vor allem politische Zeichen mit roten Rache-Flaggen, während viele Menschen fernblieben.

Teheran zeigt Rache statt Trauer

Mit einer aufwendigen Prozession in Teheran hat das iranische Regime die Trauerfeiern für den getöteten Ali Chamenei auf einen ersten Höhepunkt gebracht. Nach staatlichen Angaben säumten Millionen die Straßen, während der Sarg des Ende Februar durch die USA und Israel getöteten Obersten Führers stundenlang durch die Hauptstadt gefahren wurde. Danach soll der Trauerzug weiter nach Ghom, in den Irak und schließlich nach Maschhad ziehen.

Rote Flaggen und Rufe nach Vergeltung

Auffällig war vor allem die politische Botschaft der Zeremonie. In der Stadt waren vielerorts rote Flaggen zu sehen, die in Iran als Symbol für Rache gelten. Immer wieder stand Vergeltung im Mittelpunkt, begleitet von Parolen gegen die USA und Israel. Auch Transparente mit Drohbotschaften wurden gezeigt. Damit wirkte der Trauerzug weniger wie ein stilles Gedenken als wie eine bewusst inszenierte Machtdemonstration.

  • Ort: Teheran
  • Dauer des Zuges: rund zehn Stunden
  • Symbolik: rote Flaggen als Zeichen für Rache

Nachfolger fehlt weiterhin

Der neue oberste Führer Modschtaba Chamenei war bei den Feiern erneut nicht zu sehen. Staatliche Medien bezeichnen ihn als „Kriegsversehrten“ und erklären sein Fernbleiben mit schweren Verletzungen. Sein Ausbleiben hatte bereits zuvor Spekulationen ausgelöst. Gleichzeitig soll die mehrtägige Zeremonie nach innen Geschlossenheit und nach außen Stärke vermitteln.

Doch genau dieses Bild scheint nicht vollständig aufzugehen. Trotz der großen Kulisse blieben laut Bericht viele Menschen der Prozession fern. Beobachter verweisen darauf, dass Chamenei zuletzt so unbeliebt gewesen sei wie nie zuvor. Der Nahost-Experte Volker Perthes sieht in den Feiern deshalb vor allem ein politisches Signal des Regimes — und weniger einen Ausdruck echter landesweiter Trauer.