Teenager trotzen der Zugspitze
Zwei 17-Jährige aus Bad Saulgau radelten in den Sommerferien rund 180 Kilometer nach Garmisch-Partenkirchen und stiegen danach noch zu Fuß auf die Zugspitze. Die Nacht verbrachten sie spontan unter freiem Himmel.

Foto: schwaebische
Abenteuer statt Ferienroutine: Die beiden 17-Jährigen Simon Jocher und Benjamin Funk aus Bad Saulgau haben sich in den Sommerferien eine Tour vorgenommen, die selbst viele Erwachsene abschrecken dürfte. Ihr Plan: mit dem Fahrrad von zu Hause bis nach Garmisch-Partenkirchen fahren – und danach auch noch auf die Zugspitze, den höchsten Berg Deutschlands.
Die Schüler der zwölften Klasse am Störck-Gymnasium verfolgen damit ein eigenes Ferienprojekt. Einmal pro Sommer soll ein besonderes Abenteuer her. Nach einer Bodensee-Runde im vergangenen Jahr fiel die Wahl diesmal auf die Alpen. Eigentlich sollte die Tour schon früher starten, doch eine Verletzung von Simon beim schulischen Sporttag brachte die Planung zunächst durcheinander. Schließlich ging es in der Nacht vom 5. auf den 6. September doch noch spontan los.
180 Kilometer auf dem Rad
Losgefahren sind die beiden bereits um drei Uhr morgens. Eine Hotelübernachtung war zwar zunächst vorgesehen, wurde dann aber verworfen. Stattdessen zogen sie die Fahrt einfach durch. Nach rund 180 Kilometern und zwei längeren Pausen erreichten sie am Abend Garmisch-Partenkirchen.
- Start: nachts um 3 Uhr
- Strecke per Fahrrad: etwa 180 Kilometer
- Ziel danach: Aufstieg über die Reintal-Route
Viel Zeit zum Ausruhen blieb nicht. Nach einer kurzen Stärkung machten sich Simon und Benjamin noch am selben Abend zu Fuß weiter auf den Weg. Mit Fahrradlichtern ging es durch den dunklen Wald. Gewählt hatten sie die Reintal-Route – sie gilt zwar als einfachster Weg auf den Gipfel, ist mit mehr als 20 Kilometern aber zugleich die längste Variante.
Nacht im Freien, dann weiter bergauf
Nach etwa zehn Kilometern legten die beiden eine Pause ein, aus der schließlich eine Übernachtung wurde. Kurz nach Mitternacht rollten sie auf einer Wiese ihre Schlafsäcke aus und schliefen unter dem Sternenhimmel. Ganz ohne mulmiges Gefühl war das nicht, denn Wildcampen ist verboten und auch die Sorge vor Tieren schwang mit. Doch die Müdigkeit war am Ende stärker.
Am nächsten Morgen ging es um sechs Uhr weiter. Die spontane Aktion zeigte sich auch bei der Verpflegung: Weil Sonntag war und die Läden geschlossen hatten, bestand der Proviant aus Gummibärchen von der Tankstelle, dazu kamen noch ein paar übrig gebliebene Chicken Nuggets. Getrunken wurde direkt aus dem Fluss. Improvisiert war bei dieser Tour also einiges – durchgezogen haben sie sie trotzdem.
Quelle: schwaebische