Tanker-Alarm in Hormus
Nahe der Straße von Hormus sind erneut zivile Schiffe unter Beschuss geraten. Ein katarischer Flüssiggas-Tanker könnte nach einem Feuer im Maschinenraum explodieren, Katar macht den Iran verantwortlich.

In der Straße von Hormus spitzt sich die Lage auf See wieder zu: Ein katarischer Flüssiggas-Tanker ist nach einem Angriff so schwer beschädigt worden, dass laut Reuters im Maschinenraum Feuer ausgebrochen sein soll. Das Schiff mit dem Namen „Al Rekayyat“ droht demnach zu explodieren.
Nach Berichten über nächtliche Raketenangriffe nahe der Meerenge macht Katar den Iran für den Vorfall verantwortlich. Aus Doha hieß es, der Angriff auf ein ziviles Schiff sei nicht hinnehmbar und gefährde die Sicherheit der internationalen Schifffahrt. Die Vorwürfe kommen in einer Phase, in der die Lage rund um die wichtige Wasserstraße eigentlich wieder etwas stabiler schien.
Weiteres Schiff getroffen
Nicht nur der Gas-Tanker war betroffen: Nach Angaben der britischen Behörde für maritime Sicherheit UKMTO wurde bereits am Montag ein Öltanker nahe der Straße von Hormus von einem unbekannten Projektil getroffen. Auch am heutigen Tag meldete die Behörde einen weiteren Einschlag auf einem Schiff. Demnach entstand wohl struktureller Schaden, Verletzte gab es aber offenbar nicht.
- Ein Flüssiggas-Tanker aus Katar geriet nach einem Angriff in Brand.
- Mindestens ein weiteres Schiff wurde laut UKMTO von einem Geschoss getroffen.
- Katar weist die Verantwortung dem Iran zu.
Wichtige Route bleibt heikel
Die Straße von Hormus zählt zu den wichtigsten Schifffahrtswegen der Welt. Im Zuge des Iran-Krieges war die Passage zuletzt de facto geschlossen worden, während die USA iranische Häfen blockierten. Erst nach einem Rahmenabkommen zwischen Washington und Teheran im vergangenen Monat nahm der Verkehr dort wieder zu.
Gleichzeitig bleibt die Kontrolle über die Route umstritten. Der Iran verlangt nach wie vor, dass Handelsschiffe ihre Passage mit iranischen Stellen abstimmen und einen bestimmten Korridor entlang der Küste nutzen. Die neuen Angriffe zeigen nun, wie fragil die Lage auf der Wasserstraße weiterhin ist.