Syrien sucht Deal mit Israel
Syriens Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa drängt auf ein Sicherheitsabkommen mit Israel. Es soll die Lage im Grenzgebiet ordnen und nach Jahrzehnten im Kriegszustand den Weg für weitere Gespräche ebnen.

Ahmed al-Scharaa will die Beziehungen zu Israel zumindest sicherheitspolitisch neu ordnen. Der syrische Übergangspräsident sagte in einem Interview mit Al-Dschasira, Syrien strebe ein Sicherheitsabkommen mit Israel an. Eine solche Vereinbarung könnte nach seinen Worten den Weg zu einem breiteren Frieden öffnen. Am syrischen Anspruch auf die Golanhöhen solle das aber nichts ändern.
Kommunikationskanal unter US-Aufsicht
Ganz neu ist der Vorstoß nicht: Israel und Syrien hatten sich bereits Anfang Januar 2026 darauf verständigt, einen Kommunikationskanal unter Aufsicht der USA einzurichten. Über dieses Format sollen nach früheren Angaben unter anderem Sicherheits-, Geheimdienst- und Handelsfragen abgestimmt sowie Konflikte schneller entschärft werden. Schon im September des vergangenen Jahres hatten beide Seiten Gespräche über eine Sicherheitsregelung bestätigt.
Im Kern geht es dabei um die heikle Frage, wie syrische und israelische Truppen und Sicherheitskräfte im Grenzgebiet präsent sein dürfen. Al-Scharaa erklärte außerdem, Damaskus versuche, weitere Staaten einzubinden, um Israel zu einer aus syrischer Sicht ausgewogeneren Linie zu bewegen. Eine militärische Einmischung Syriens im Libanon ziehe seine Regierung demnach nicht in Betracht.
Grenzregion bleibt hochsensibel
Die Lage zwischen beiden Staaten ist seit Jahrzehnten gespannt. Seit 1948 befinden sich Israel und Syrien offiziell im Kriegszustand, ein Friedensvertrag wurde nie geschlossen. Besonders umstritten bleiben die 1967 von Israel besetzten und 1981 annektierten Golanhöhen, deren Annexion international nicht anerkannt ist.
- Im Dezember 2024 wurde Syriens Langzeitpräsident Baschar al-Assad von einer Rebellenallianz unter Führung der HTS-Miliz gestürzt.
- Israelische Truppen rückten danach in strategische Gebiete in Syrien vor, auch in eine von den UN entmilitarisierte Zone.
- Israel begründete das mit Sorgen vor vom Iran unterstützten Milizen und islamistischen Gruppen an der Nordgrenze.
Parallel dazu greift Israels Armee nach eigenen Angaben weiterhin Ziele in Syrien an, um Waffenlager zu zerstören und möglichen Angriffen extremistischer Kräfte zuvorzukommen. Laut der syrischen Staatsagentur SANA wurde erst am Sonntag erneut Gebiet in Syrien beschossen, dabei sei ein Transformator zerstört worden. Das zeigt: Trotz neuer Gesprächskanäle bleibt die Grenzregion ein brandgefährlicher Krisenherd.