Street-Parade-Clip geprüft
Nach der Street Parade kursiert ein Video einer Festnahme. Ein Faktencheck kommt zum Schluss: Die Aufnahme entstand tatsächlich an der Zürcher Langstrasse, auch die Uniformmerkmale passen zur Stadtpolizei.

Wenige Stunden nach der Street Parade machte in sozialen Netzwerken ein verwackeltes Video die Runde: Zu sehen ist eine nächtliche Szene mit vielen Feiernden, dann ein Streit und schliesslich eine Festnahme durch die Polizei. Schnell wurde der Clip weiterverbreitet – teils mit politischen Botschaften aufgeladen. Unklar war dabei vor allem: Stammt die Aufnahme wirklich von der Langstrasse in Zürich?
Spuren im Hintergrund führen zur Langstrasse
Der Faktencheck stützt sich auf Details, die trotz der schlechten Bildqualität erkennbar bleiben. Im Video sind Oberleitungen, Schaufenster, Geschäftslogos und der Name einer Disco zu sehen. Diese Merkmale wurden mit Kartendiensten und Bildmaterial aus dem Netz abgeglichen.
- Die sichtbaren Oberleitungen passen zu den Trolleybus-Leitungen in Zürich.
- Ein Schriftzug an einem Apartmenthaus stimmt mit Aufnahmen von der Langstrasse überein.
- Auch das Logo eines benachbarten Geschäfts lässt sich dem Ort zuordnen.
Damit verdichten sich die Hinweise klar: Das Video wurde laut dem überprüften Material tatsächlich an der Zürcher Langstrasse aufgenommen.
Auch die Uniformen passen zum Einsatzort
Ein weiterer Zweifel betraf die Polizei selbst. In sozialen Medien wurde gefragt, ob die Einsatzkräfte überhaupt zur Stadtpolizei Zürich gehören, weil die Uniformen auf den ersten Blick ungewohnt wirken. Der Abgleich mit offiziellen Bildern zeigt jedoch: Die gelbe Kennzeichnung auf den Schutzwesten entspricht den Westen der Stadtpolizei.
Hinzu kommt, dass die im Video sichtbaren Schutzwesten mit dem Erscheinungsbild der Zürcher Polizei übereinstimmen. Der Faktencheck kommt deshalb zu einem klaren Ergebnis: Sowohl der Aufnahmeort als auch die gezeigten Uniformmerkmale sprechen dafür, dass der virale Clip echt ist und in Zürich gefilmt wurde. Offen bleibt allerdings, von wem das Video ursprünglich stammt – es wurde auf mehreren Plattformen mit teils falschen Angaben weiterverbreitet.
Quelle: SRF