Stones legen spät noch nach
Die Rolling Stones veröffentlichen am Samstag ihr 25. Studioalbum „Foreign Tongues“. Das neue Werk mit 14 Songs verbindet Material aus „Hackney Diamonds“ mit frischen Aufnahmen und prominenten Gastbeiträgen.

Die Rolling Stones zeigen auch nach mehr als 64 Jahren im Geschäft keine Müdigkeit. Mit „Foreign Tongues“, das am Samstag erscheint, legt die Band ein Spätwerk vor, das laut Vorab-Eindruck besonders rund geraten ist. Das Album soll Fans verschiedener Stones-Phasen abholen und knüpft dabei hörbar an den Sound der starken 70er-Jahre an – ohne den Druck, noch irgendwem etwas beweisen zu müssen.
Zum Release zieht die Band ihre PR-Maschinerie gewohnt souverän auf: erst vage Hinweise in Interviews, dann mehrere Vorab-Singles, dazu Pop-up-Stores in Städten rund um den Globus. Entscheidend ist aber diesmal vor allem die Musik. Das 25. Studioalbum setzt sich aus übrig gebliebenem Material von „Hackney Diamonds“ und neuen Songs zusammen, die Mick Jagger, Keith Richards, Ronny Wood und Produzent Andrew Watt innerhalb eines Monats in den Londoner Metropolis Studios aufgenommen haben.
Zurück zum Blues-Kern
Insgesamt sind 14 Tracks auf der Platte gelandet. Schon der Opener „Rough and Twisted“ setzt auf einen erdigen, stampfenden Blues-Ton und verweist damit direkt auf die musikalischen Wurzeln der Band. Jagger erklärte bei einem Pressetermin, man habe bewusst schnell gearbeitet, um sich nicht in Details zu verlieren. Genau diese Lockerheit scheint dem Album gutzutun – auch, weil seine Stimme erneut erstaunlich stabil wirkt.
Große Gäste und Verneigungen
Wie schon beim Vorgänger gibt es wieder prominente Unterstützung. Paul McCartney spielt auf der Rockballade „Covered In You“ Bass, Steve Winwood ist auf neun Songs am Piano zu hören, und Robert Smith von The Cure wirkt bei „Divine Intervention“ mit. Für „Hit Me In The Head“ wurden zudem Aufnahmen des verstorbenen Drummers Charlie Watts verwendet.
- „Covered In You“ mit Paul McCartney am Bass
- „Divine Intervention“ mit Robert Smith
- „Hit Me In The Head“ mit Archivmaterial von Charlie Watts
- Cover von Amy Winehouses „You Know I’m No Good“
- „Beautiful Delilah“ von Chuck Berry als Abschluss
Dazu kommen zwei deutliche Verbeugungen vor musikalischen Wegbegleitern und Vorbildern: ein Cover von Amy Winehouses „You Know I’m No Good“ sowie eine neue, raue Version von Chuck Berrys „Beautiful Delilah“ als Schlusspunkt. Unterm Strich wirkt „Foreign Tongues“ wie eine späte, aber bemerkenswert vitale Bestandsaufnahme einer Band, die ihre Sprache noch immer fließend beherrscht.