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Musik & Film12. August 2026, 19:01 Uhr · von Redaktion

Spotify bremst KI-Musik aus

Spotify will KI-Künstler künftig deutlicher kennzeichnen. Ab Mitte September fliegen sogenannte AI Personas aus automatischen Empfehlungen, während auf der Plattform neue Hinweise in Suche und Profilen erscheinen.

Spotify bremst KI-Musik aus

Spotify reagiert auf den wachsenden Anteil künstlich erzeugter Musik und kündigt mehr Transparenz für seine Nutzer an. Künftig soll in der App klarer erkennbar sein, ob hinter einem Künstlerprofil echte Musikerinnen und Musiker stehen oder eine mit KI erstellte Identität. Damit antwortet der Streamingdienst auf eine Entwicklung, die viele Musikschaffende seit Längerem kritisch beobachten.

Wie stark der Trend bereits ist, zeigt ein Blick auf Deezer: Dort waren im Juni nach Unternehmensangaben 90.000 Songs pro Tag KI-generiert - das entsprach rund der Hälfte aller täglichen Uploads. Auch wenn Spotify selbst keine genauen Zahlen nennt, ist klar: Die Plattformen können die Welle künstlicher Songs nicht mehr aufhalten. Stattdessen setzt Spotify nun auf Kennzeichnung und Reichweitenbegrenzung.

KI-Profile verlieren Reichweite

Der wichtigste Schritt folgt ab Mitte September: Als AI Personas eingestufte Künstlerprofile sollen nicht länger in automatische Playlist-Empfehlungen oder Radiostreams gespült werden. Bisher konnten solche Projekte stark von Spotifys Empfehlungsmechanik profitieren, etwa in Formaten wie Discover Weekly oder Release Radar. Künftig bleiben diese Inhalte zwar abrufbar, werden aber nur noch sichtbar, wenn Nutzer gezielt danach suchen oder dem Profil aktiv folgen.

  • Label direkt in Suchergebnissen und auf Profilseiten
  • Keine Standard-Empfehlung mehr für AI Personas
  • Spätere Meldefunktion für Nutzer geplant

Neue Hinweise in der App

Neu ist auch die Darstellung in der App: Hinweise auf KI-Profile sollen nicht nur auf den Seiten der Künstler erscheinen, sondern auch schon in Suchergebnissen sichtbar sein. Zur Einstufung will Spotify auf mehrere Wege setzen - auf freiwillige Angaben der Produzenten, auf eigene Prüfteams und auf automatisierte Analysen. In den kommenden Monaten soll außerdem eine Funktion folgen, mit der Nutzer verdächtige Profile melden können.

Aus Sicht des Verbands freier Musikschaffender Pro Musik ist die neue Kennzeichnung ein erster wichtiger Schritt. Klar ist aber auch: KI-Musik bleibt auf den Plattformen präsent. Spotify versucht nun vor allem, sie für das Publikum besser erkennbar zu machen - und ihren automatischen Vorteil im System einzuschränken.