Isi Glücks Hit ist 300 Jahre alt
Im ZDF wurde erklärt, dass der Schlagerhit „Delfin“ von Isi Glück auf einer Akkordfolge basiert, die bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht. In „Terra Xplore“ verwies Musikwissenschaftler Dr. Pop auf Johann Pachelbels berühmtes Harmonie-Schema.

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Isi Glück landete 2023 mit „Delfin“ einen ihrer größten Party-Schlager-Hits. Jetzt sorgt ausgerechnet eine ZDF-Sendung für eine überraschende musikhistorische Einordnung: Das Klanggerüst des Songs ist demnach keineswegs neu, sondern geht auf eine Komposition aus dem 17. Jahrhundert zurück.
In der Reportage „Terra Xplore: Warum lieben wir Schlager?“, die am Sonntag ausgestrahlt wurde, erklärt Musikwissenschaftler Markus Henrik alias Dr. Pop, warum viele Schlager und Pop-Hits so vertraut wirken. Seine These: Bestimmte Harmonien ziehen Menschen seit Jahrhunderten in ihren Bann. Als bekanntestes Beispiel nennt er den „Kanon und Gigue in D-Dur“ von Johann Pachelbel.
Das berühmte Pachelbel-Schema
Im Mittelpunkt steht eine feste Akkordfolge, die später als Pachelbel-Schema bekannt wurde. Genau darauf oder auf Teilen davon bauen laut der Sendung zahlreiche moderne Songs auf — darunter auch „Delfin“. Die Folge wurde in der Musikgeschichte immer wieder aufgegriffen, schon lange vor heutiger Pop- und Schlagermusik.
- Johann Pachelbel lebte von 1653 bis 1706
- Sein Kanon wird auf das Jahr 1694 datiert
- Auch Mozart soll eine ähnliche Akkordfolge genutzt haben
Von Barock bis Ballermann
Die ZDF-Doku nennt eine ganze Reihe prominenter Beispiele, in denen das Muster wieder auftaucht. Genannt werden unter anderem Songs von den Bee Gees, Village People, Coolio, Beyoncé, Ed Sheeran, Oasis und den Puhdys. Selbst große deutsche Schlager sind demnach nicht frei davon: Auch bei Helene Fischers „Atemlos durch die Nacht“ steckt laut Bericht die bekannte Vier-Akkord-Folge mit drin.
Damit wird „Delfin“ nicht plötzlich zum Barockstück — aber der Hit zeigt, wie langlebig eingängige Harmonien sein können. Oder anders gesagt: Was heute auf Mallorca mitgegrölt wird, hat womöglich schon vor mehr als 300 Jahren bestens funktioniert.
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