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Musik & Film5. August 2026, 19:00 Uhr · von Redaktion

Sportserien zeigen neue Männer

Serien wie „Ted Lasso“, „Heated Rivalry“ und „Off Campus“ stellen im Sport andere Männerbilder in den Mittelpunkt. Statt reiner Härte zählen dort auch Gefühle, Selbstreflexion und Verletzlichkeit.

Sportserien zeigen neue Männer

Auf dem Platz hart, daneben einfühlsam: Genau dieses neue Männerbild rückt in aktuellen Sportserien immer stärker ins Zentrum. Produktionen wie „Ted Lasso“, „Heated Rivalry“ und „Off Campus“ erzählen von Athleten und Trainern, die nicht nur über Leistung und Disziplin definiert werden, sondern auch über Nähe, Offenheit und Zweifel.

Erfolg mit Gefühl

Besonders deutlich wird das bei „Ted Lasso“. Die Serie schickt einen US-College-Football-Coach in den englischen Profifußball – und macht ausgerechnet ihn zur Gegenfigur des klassischen Drill-Trainers. Sein Ansatz: nicht Härte um jeden Preis, sondern Aufmerksamkeit und Unterstützung. Gewinnen bleibt wichtig, doch der Weg dorthin wirkt deutlich weniger machohaft als im üblichen Sportdrama. Dass die Serie nun in die vierte Staffel startet, zeigt, wie stark dieses Figurenmodell beim Publikum verfängt.

In der Popkultur steht dahinter die Idee des „neuen Mannes“. Gemeint ist kein Bruch mit allem Alten, sondern eher eine Erweiterung des klassischen Rollenbilds. Ehrgeiz, Erfolg und Durchsetzungswillen bleiben erhalten – dazu kommen emotionale Zugänglichkeit, Selbstreflexion und die Fähigkeit, Bindungen einzugehen.

Vom Eishockeyhelden zur Gefühlsgeschichte

Auch im Eishockey wird dieses Muster sichtbar. „Heated Rivalry“ verbindet den als besonders hart geltenden Sport mit einer Liebesgeschichte zwischen zwei Konkurrenten. Die Serie greift damit ein Tabu auf, das im Profisport bis heute nachwirkt: offen gelebte Homosexualität. Gerade in diesem extrem maskulin codierten Umfeld entsteht die Spannung daraus, dass Verletzlichkeit und Gefühle unter der Schutzkleidung sichtbar werden.

„Off Campus“ setzt ebenfalls auf Eishockey als Symbol für traditionelle Härte, dreht das Bild aber weiter. Im Mittelpunkt stehen attraktive Leistungssportler, die nicht nur körperlich stark, sondern auch lernfähig und emotional ansprechbar sind. Die Serien zeigen damit vor allem eines:

  • Männlichkeit wird nicht mehr nur über Härte erzählt.
  • Sporthelden dürfen verletzlich und sensibel sein.
  • Gerade im vermeintlich rauen Umfeld wirkt dieser Wandel besonders deutlich.

Damit wird das Spielfeld der Serien zugleich zum Schauplatz eines größeren Kulturkampfs. Denn die Frage, wie Männer heute sein sollen, wird längst nicht nur in Debatten verhandelt – sondern auch in populären Geschichten über Fußball, Eishockey und Erfolg.

Foto: Wikimedia Commons / The White House, Public domain