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Musik & Film29. Juli 2026, 19:01 Uhr · von Redaktion

Spider-Man ist plötzlich traurig

Im neuen Marvel-Film „Brand New Day“ wirkt Peter Parker so niedergeschlagen wie nie. Statt Leichtigkeit dominiert im vierten Teil mit Tom Holland vor allem Einsamkeit über den Dächern von New York.

Spider-Man ist plötzlich traurig

Mit „Brand New Day“ bekommt die aktuelle Spider-Man-Reihe einen spürbar anderen Ton. Im vierten Teil der Marvel-Filmserie ist Peter Parker nicht mehr der charmant-verpeilte Teenager vergangener Filme, sondern ein junger Mann, der schwer an seiner Einsamkeit trägt. Zwar jagt auch diesmal ein Bösewicht durch die Handlung, die eigentliche Spannung entsteht aber vor allem aus der melancholischen Verfassung der Titelfigur.

Ein Held mit echter Alltagsnähe

Dass Spider-Man seit seinem Comicdebüt 1962 eine Sonderrolle unter den Superhelden einnimmt, hat mit seiner Herkunft zu tun. Die Figur aus dem Hause Marvel war von Beginn an kein makelloser Übermensch, sondern ein nerdiger Teenager mit Problemen, verankert in einem sehr realen New York City. In den Comics fanden deshalb auch gesellschaftliche Themen wie Drogensucht, Bürgerrechtsbewegung oder Proteste gegen den Vietnamkrieg Platz.

Gerade deshalb wäre der Stoff eigentlich prädestiniert, um auch heutige Krisen und Konflikte stärker aufzugreifen. Der Bericht sieht genau darin eine verpasste Chance der aktuellen Filmreihe. Denn trotz des psychologisch angelegten Helden und einer Welt voller realer Spannungen bleibt der neue Spider-Man im Kern eher auf das Marvel-Geflecht rund um die Avengers fokussiert, statt deutliche Gegenwartsbezüge auszuspielen.

Weniger Biss, mehr Marvel-Verzahnung

Die neuen Filme setzen laut Vorlage stärker auf Vernetzung im Superhelden-Universum als auf gesellschaftliche Reibung. Peter Parker ist hier kein ausgeprägtes Mobbing-Opfer, sondern eher ein beliebter, nervöser Nerd mit kleinen Selbstzweifeln. Zu sehen sind unter anderem:

  • Tom Holland als Peter Parker
  • Zendaya als MJ, deren Erinnerung an die Beziehung gelöscht wurde
  • Mark Ruffalo als Bruce Banner
  • Jon Bernthal als Punisher

Wer den neuen Film vollständig einordnen will, sollte laut ORF nicht nur die bisherigen Teile „Homecoming“ (2017), „Far From Home“ (2019) und „No Way Home“ (2021) kennen. „Brand New Day“ wirkt damit weniger wie ein isoliertes Abenteuer, sondern wie ein weiterer Knoten im immer dichter werdenden Marvel-Netz – diesmal allerdings mit deutlich mehr Schwermut als Witz.

Foto: Wikimedia Commons / Gage Skidmore, CC BY-SA 3.0