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Politik19. Juli 2026, 07:01 Uhr · von Redaktion

Spahn räumt den Fraktionsposten

In Deutschland tritt Jens Spahn als Chef der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zurück. Auslöser ist die Debatte um die Leihmutterschaft in den USA, die den CDU-Politiker massiv unter Druck gesetzt hatte.

Spahn räumt den Fraktionsposten

Jens Spahn zieht die Konsequenzen: Der CDU-Politiker tritt als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zurück. Das teilte er den Mitgliedern der Fraktion in einem Schreiben mit. Zuvor hatten mehrere deutsche Medien berichtet, dass Bundeskanzler Friedrich Merz Spahn zu diesem Schritt aufgefordert habe.

Druck aus Partei und Öffentlichkeit

Spahn war zuletzt massiv in die Kritik geraten, weil er und sein Mann Daniel Funke die Hilfe einer Leihmutter in den USA in Anspruch genommen hatten. Dem früheren Gesundheitsminister wurden dabei Doppelstandards vorgeworfen. Besonders brisant: Laut SRF wuchs der Unmut nicht nur in der Öffentlichkeit, sondern auch in der eigenen CDU sowie in der evangelischen und katholischen Kirche.

In seinem Schreiben erklärte Spahn, ihm sei klar geworden, dass sein privates Glück, mit seinem Mann eine Familie zu gründen und Vater zu werden, nicht mit seinem politischen Amt vereinbar sei. Zugleich beklagte er eine immer härtere öffentliche Debatte und mahnte zu mehr Menschlichkeit im Ton. Klar machte er auch: Seine Familie habe für ihn nun oberste Priorität.

Hoffmann übernimmt vorerst

Spahn stand seit Mai vergangenen Jahres an der Spitze der Unionsfraktion im Bundestag. Bis ein Nachfolger gewählt ist, soll nun Alexander Hoffmann, der Chef der CSU-Landesgruppe, die Amtsgeschäfte übernehmen. Hoffmann erklärte, Spahns Entscheidung verdiene höchsten Respekt.

  • Rücktritt von Jens Spahn als Fraktionschef
  • Auslöser: Kritik wegen Leihmutterschaft in den USA
  • Übergangsweise übernimmt Alexander Hoffmann

Der Fall trifft die Union in einer heiklen Phase. Nach Einschätzung von SRF war der politische Schaden für Spahn am Ende zu groß geworden — auch, weil die Debatte kurz vor wichtigen Landtagswahlen zusätzliche Brisanz bekam.