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Politik22. Juli 2026, 07:02 Uhr · von Redaktion

Selenskyj wirft Syrskyj raus

In der Ukraine hat Präsident Wolodymyr Selenskyj den Oberbefehlshaber Olexander Syrskyj nach tagelangen Protesten entlassen. Neuer Armeechef wird Mychajlo Drapatyj, Auslöser der Krise war die Absetzung von Verteidigungsminister Fedorow.

Selenskyj wirft Syrskyj raus

Nach Tagen mit Demonstrationen in Kiew und anderen Städten hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj den Armeechef Olexander Syrskyj entlassen. Seinen Nachfolger kündigte er bereits an: Künftig soll Mychajlo Drapatyj den Oberbefehl über die Streitkräfte übernehmen.

Proteste setzen Selenskyj unter Druck

Ausgelöst worden war die Krise durch die Entlassung des bisherigen Verteidigungsministers Mychajlo Fedorow. Der 35-Jährige gilt für viele Unterstützer als moderner Reformer. Ihm werden Fortschritte im Drohnenkrieg und mehr Offenheit bei der Beschaffung zugeschrieben. In der Folge wurde auch der Konflikt zwischen Fedorow und Syrskyj öffentlich. Im Kern ging es um unterschiedliche Vorstellungen darüber, wie der Krieg geführt werden soll.

Selenskyj hatte zunächst an Syrskyj festgehalten, reagierte nun aber auf den anhaltenden Druck von der Straße. Nach eigenen Angaben führte der Präsident in den vergangenen Tagen mehrere Gespräche mit Militärs. Auch mit Fedorow und Syrskyj habe er ausführlich gesprochen. Am Dienstagabend gab es laut Präsidialamt noch ein weiteres Treffen mit Fedorow. Welche neue Aufgabe er bekommen könnte, ist bislang offen.

Sechs Tage Demos, Tausende auf der Straße

Vor allem junge Menschen hatten sechs Tage in Folge gegen Fedorows Absetzung protestiert. Die Demonstranten verlangten seine Rückkehr ins Amt, vor allem aber die Ablösung Syrskyjs. Gleichzeitig bekam der General auch Rückhalt aus Militärkreisen. Selenskyj dankte dem scheidenden Oberbefehlshaber dennoch ausdrücklich und hob dessen militärische Leistungen hervor.

  • Syrskyj war seit Februar 2024 Oberbefehlshaber.
  • Fedorow leitete das Verteidigungsministerium seit Januar 2026.
  • Übergangsweise führt derzeit der Geheimdienstler Jewhenij Chmara das Verteidigungsministerium.

Chmara ist bislang nur geschäftsführend im Amt, seine Nominierung muss noch ins Parlament eingebracht und dort bestätigt werden. Syrskyj hatte sich zuvor unter anderem bei der Verteidigung von Kiew und der Gegenoffensive im Raum Charkiw 2022 einen Namen gemacht.