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Politik6. Juli 2026, 19:01 Uhr · von Redaktion

Selenskyj fordert mehr Schutz

Nach schweren russischen Angriffen mit 21 Toten drängt Wolodymyr Selenskyj die NATO vor dem Gipfel in Ankara zu mehr Hilfe bei der Flugabwehr. Thema sind auch milliardenschwere Zusagen für die Ukraine.

Selenskyj fordert mehr Schutz

Nach der jüngsten russischen Angriffswelle auf die Ukraine erhöht Kiew den Druck auf die NATO. Präsident Wolodymyr Selenskyj forderte vor dem Gipfel in Ankara schnelle und klare Zusagen zur Stärkung der ukrainischen Luftabwehr. Hintergrund sind die nächtlichen Attacken, bei denen nach Behördenangaben 21 Menschen getötet wurden.

Selenskyj erklärte, Russland habe in der Nacht 351 Drohnen sowie 68 Raketen und Marschflugkörper eingesetzt. Zwar habe die ukrainische Abwehr bei Drohnen und Marschflugkörpern Erfolge erzielt, bei ballistischen Raketen gebe es jedoch weiter große Probleme. Als Grund nannte er den Mangel an geeigneten Flugabwehrraketen. Gerade gegen diese Bedrohung ist die Ukraine auf westliche Systeme angewiesen, besonders auf das US-System Patriot.

Luftabwehr wird Gipfel-Thema

Rückendeckung kam vor dem Treffen von mehreren Spitzenvertretern des Westens. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kündigte an, dass der dringende Bedarf der Ukraine an zusätzlicher Luftabwehr beim NATO-Gipfel besprochen werde. Auch NATO-Generalsekretär Mark Rutte drängte auf eine Fortsetzung der Unterstützung und betonte den Zusammenhang zwischen der Sicherheit der Ukraine und jener der Bündnispartner.

  • Thema in Ankara: zusätzliche Hilfe bei der Flugabwehr
  • Besonders wichtig: Schutz vor ballistischen Raketen
  • Unterstützungssignale kamen von NATO und EU

Milliardenhilfen in Aussicht

Nach Angaben der deutschen Bundesregierung soll der Gipfel der Ukraine zudem finanzielle Zusagen für die kommenden zwei Jahre bringen. Im Entwurf der Abschlusserklärung sind demnach mindestens 140 Milliarden Euro vorgesehen: 70 Milliarden für 2026 und mindestens 70 Milliarden für 2027. Das Geld soll durch europäische Partner und Kanada bereitgestellt werden und sich aus dem EU-Kredit sowie bilateraler Hilfe zusammensetzen.

Nicht erwartet wird dagegen, dass in Ankara die NATO-Mitgliedschaft der Ukraine auf die Tagesordnung kommt. Die USA haben sich seit dem Amtsantritt von Präsident Donald Trump aus der Hilfe weitgehend zurückgezogen. Umso wichtiger ist für Kiew nun, dass vom Gipfel ein deutliches Signal der weiteren Unterstützung ausgeht.