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Musik & Film22. Juli 2026, 19:00 Uhr · von Redaktion

Schafe mit Star-Stimmen

Die ZDF-Miniserie „Sheep“ erzählt in fünf Folgen aus Sicht einer Schafsherde vom Leben, Sterben und vom Menschen. Echte Schafe, animierte Münder und Stimmen von Stars wie Jella Haase machen das Format zum preisgekrönten Sonderfall.

Schafe mit Star-Stimmen

Mit „Sheep“ hat das ZDF eine ungewöhnliche Miniserie in die Mediathek gebracht: Im Mittelpunkt steht eine Schafsherde, die mit erstaunlich klarer Sicht auf das Leben blickt. Die Tiere philosophieren über Sinn, Tod und Work-Life-Balance, während die Menschen auf dem Bauernhof in einem gleichförmigen Alltag festzustecken scheinen.

Schafe schauen auf die Menschen herab

Die Perspektive ist dabei der besondere Kniff. Der Bauer und seine kleine Familie wirken aus Sicht der Tiere eher unerquicklich: Arbeit, fleischlastige Abendessen, Rotwein, gehemmte Nähe und Fernsehen bestimmen ihren Tagesablauf. Für die Schafe ist das kein erstrebenswertes Dasein. Genau daraus zieht die tragikomische Serie ihren Reiz - und auch ihre leisen, anrührenden Momente.

Ausgelöst wird die eigentliche Handlung durch Schaf Oliver, gesprochen von Merlin Sandmeyer. Er entdeckt, dass die Tiere, die vom Bauern ausgewählt und abtransportiert werden, keineswegs in ein besseres Leben aufbrechen. Stattdessen wartet auf sie der Tod als Schlachtvieh. Zunächst glaubt ihm die Herde nicht, doch nach und nach wird klar, dass ihr ganzes Weltbild auf einem Irrtum beruht.

Echte Tiere, animierte Münder

Formal setzt „Sheep“ auf einen Mix, der sofort auffällt: Zu sehen sind echte Schafe, deren Mundbewegungen passend zu den Dialogen animiert wurden. Die Stimmen kommen von bekannten Schauspielstars wie Jella Haase, Verena Altenberger und Birgit Minichmayr. Auch Roland Düringer und Michael Ostrowski gehören zum Ensemble.

  • Format: fünf Folgen, jeweils etwa 20 Minuten
  • Umfang: erzählt in Spielfilmlänge
  • Status: mehrfach bei Festivals ausgezeichnet
  • Verfügbar: neu in der ZDF-Mediathek

Gerade dieser Kontrast aus tierischer Naivität, existenziellen Fragen und trockenem Humor macht „Sheep“ zu einer Comedyserie, die anders funktioniert als klassische TV-Unterhaltung. Statt auf schnelle Gags zu setzen, verbindet das Format absurde Idee, Tragik und Gesellschaftsblick - mit einer Herde, die den Menschen verblüffend viel voraus hat.

Foto: abendzeitung