Sachsen-Anhalt wählt heute
In Sachsen-Anhalt hat die Landtagswahl begonnen. Rund 1,7 Millionen Wahlberechtigte entscheiden über den neuen Landtag – während die AfD in Umfragen vor der seit mehr als 20 Jahren führenden CDU liegt.

Foto: Axel Tschentscher / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
In Sachsen-Anhalt hat am Sonntagmorgen die Landtagswahl begonnen. Seit 8 Uhr sind die Wahllokale geöffnet. Die Abstimmung gilt als besonders brisant, weil die AfD in Umfragen klar vor der CDU liegt, die das Land seit mehr als zwei Jahrzehnten mit unterschiedlichen Partnern regiert.
Rund 1,7 Millionen Wahlberechtigte können ihre Stimmen abgeben. Gewählt wird mit einer Erst- und einer Zweitstimme: In den 41 Wahlkreisen geht es zunächst um Direktmandate, dazu kommen im Regelfall weitere Abgeordnete über die Landeslisten. Parteien müssen dabei mindestens fünf Prozent der Zweitstimmen erreichen, um bei der Sitzverteilung berücksichtigt zu werden. Regulär hat der Landtag 83 Sitze, die Zahl kann sich durch Überhang- und Ausgleichsmandate aber noch verändern.
15 Parteien auf dem Stimmzettel
Im bisherigen Landtag sitzen CDU, AfD, Linke, SPD, FDP und Grüne. Alle sechs treten erneut an. Hinzu kommen neun weitere Listen, darunter das BSW, die Freien Wähler, Volt und die Tierschutzpartei. Insgesamt stehen damit 15 Parteien zur Wahl.
- CDU: 40 Sitze
- AfD: 23 Sitze
- Linke: 12 Sitze
- SPD: 9 Sitze
- FDP: 7 Sitze
- Grüne: 6 Sitze
Kampf um die Regierung
Für die CDU geht Ministerpräsident Sven Schulze ins Rennen, der das Amt erst im Januar von Reiner Haseloff übernommen hatte. Die AfD schickt Ulrich Siegmund als Spitzenkandidaten. Auch Linke, SPD, Grüne, FDP und BSW haben eigene Spitzenleute aufgestellt, laut Umfragen aber ohne realistische Aussicht auf das Amt des Regierungschefs.
Besonders im Fokus steht, dass der Landesverband der AfD vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft wird. Damit könnte in Sachsen-Anhalt erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg eine Partei mit dieser Einstufung in Regierungsverantwortung kommen. Welche Koalition am Ende möglich ist, bleibt offen.
Quelle: Tagesschau