Nepal fordert Hilfe nach Flut
Nach der schweren Sturzflut im Grenzgebiet zwischen Nepal und Tibet mit mehr als 1.300 Toten verlangt Nepals Regierung internationale Unterstützung. Das Land sieht die Folgen des Klimawandels als globale Verantwortung.

Foto: Wikimedia Commons / Metro News, CC BY 3.0
Nach der verheerenden Sturzflut im Himalaya an der Grenze zwischen Nepal und Tibet wird das ganze Ausmaß der Katastrophe erst jetzt deutlich. Nach offiziellen Angaben wurden bisher mehr als 1.300 Tote bestätigt, außerdem gelten auf beiden Seiten der Grenze noch über 5.000 Menschen als vermisst. Ganze Ortschaften und Landschaften wurden von Schlammmassen zerstört.
Fachleute gehen davon aus, dass ein Gletscherabbruch am über 7.000 Meter hohen Langtang Lirung die Flut ausgelöst hat. Laut der nepalesischen Katastrophenschutzbehörde wurden Häuser, Brücken, Straßen und mehr als ein Dutzend Wasserkraftanlagen zerstört. Der Schaden an öffentlicher und privater Infrastruktur wird auf rund 2,6 Milliarden US-Dollar geschätzt.
Kathmandu pocht auf Klimagerechtigkeit
Für Nepals Regierung geht es dabei längst nicht nur um Soforthilfe. Premierminister Balendra Shah macht deutlich, dass sein Land die Last dieser Katastrophe nicht allein tragen könne. Nepal verursache laut Weltbank nur 0,1 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen, sei aber besonders stark von Überschwemmungen, Erdrutschen und gletscherbedingten Gefahren betroffen.
- mehr als 1.300 bestätigte Tote
- über 5.000 Vermisste
- zerstörte Straßen, Brücken und Wasserkraftanlagen
- geschätzter Schaden: 2,6 Milliarden US-Dollar
Nepal sucht Unterstützung bei der UNO
Die Regierung in Kathmandu will das Thema deshalb auch international platzieren. Bei der Generaldebatte der UN-Generalversammlung vom 22. bis 28. September in New York will Nepal nach eigenen Angaben die Folgen des Klimawandels ansprechen und auf weltweite Unterstützung drängen. Außenminister Shisir Khanal kündigte an, man wolle die internationale Gemeinschaft an ihre Verantwortung erinnern.
Die Botschaft aus Nepal ist klar: Ein Land, das nur minimal zur Erderwärmung beiträgt, sieht sich mit extremen Folgen konfrontiert. Aus Sicht der Regierung braucht es deshalb nicht nur Hilfe nach der Flut, sondern auch langfristige Mittel, damit sich das Land an die immer riskanteren Bedingungen im Himalaya anpassen kann.
Quelle: DW Deutsch