Rumänien schießt Drohnen ab
Rumänien reagiert härter auf russische Luftraumverletzungen: Innerhalb von 48 Stunden wurden laut DW drei Drohnen abgeschossen. Zuvor hatte es 2026 bereits zahlreiche Vorfälle gegeben, darunter einen Einschlag in Galati.

Rumänien hat seine Reaktion auf russische Drohnenflüge offenbar deutlich verschärft. Wie die DW berichtet, wurden am vergangenen Wochenende innerhalb von 48 Stunden drei russische Drohnen abgeschossen, nachdem sie in den rumänischen Luftraum eingedrungen waren. Am Montag, 27. Juli 2026, stand demnach sogar ein vierter Abschuss kurz bevor – die Drohne verließ den rumänischen Luftraum jedoch noch rechtzeitig.
Der Schritt markiert eine klare Veränderung. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 kam es laut dem Bericht zu 34 russischen Drohnen und mehreren Raketen, die rumänischen Luftraum verletzten. Besonders auffällig: 19 dieser Vorfälle wurden allein im Jahr 2026 registriert. Mehrfach detonierten russische Drohnen über oder auf rumänischem Gebiet.
Schwerer Vorfall in Galati
Der bislang gravierendste Zwischenfall ereignete sich am 29. Mai 2026 in der ostrumänischen Stadt Galati nahe der ukrainischen Grenze. Damals schlug eine russische Drohne in einen Wohnblock ein, setzte das Gebäude in Brand und verwüstete es. Zwei Menschen wurden verletzt, viele Bewohner mussten ihre Wohnungen verlassen.
- 34 Drohnen und mehrere Raketen seit Februar 2022
- 19 Vorfälle allein im Jahr 2026
- 3 abgeschossene Drohnen binnen 48 Stunden
Lob aus Bukarest
Die politische Führung in Bukarest reagierte auf die Abschüsse ungewohnt offensiv. Präsident Nicusor Dan, Interims-Premier Ilie Bolojan, Verteidigungsminister Radu Miruta und Außenministerin Oana Toiu lobten die Luftverteidigung und hoben Professionalität, Mut und Effizienz der Piloten hervor. In Rumänien war zuvor häufig kritisiert worden, dass auf solche Luftraumverletzungen nur mit diplomischen Protesten reagiert wurde.
Wie ernst die Lage inzwischen ist, zeigt ein Vorfall vom Freitag, 24. Juli: Eine russische Drohne drang tief ins Landesinnere vor und wurde erst nahe dem Dorf Padina im Kreis Buzau abgeschossen – rund 220 Kilometer von dem Punkt entfernt, an dem sie rumänisches Gebiet erreicht hatte. Die Trümmer landeten auf landwirtschaftlicher Fläche und wurden später als russischen Ursprungs identifiziert.
Foto: Wikimedia Commons / Carloffio, CC BY-SA 4.0