Regener stiehlt Haußmann die Show
Im Zoo Palast sprach Leander Haußmann über „Hai-Alarm am Müggelsee“. Dabei erzählte er, wie der Film nach dem Flop von „Hotel Lux“ mit Sven Regener entstand – und warum Regener ihm sogar vor der Kamera die Schau stahl.

Leander Haußmann hat im Berliner Zoo Palast noch einmal auf seinen Film „Hai-Alarm am Müggelsee“ zurückgeblickt – und dabei vor allem eine Geschichte über Freundschaft, Frust und ziemlich viel Reibung erzählt. In der Reihe „Hauptrolle Berlin“ stellte der Regisseur die Satire 13 Jahre nach der Premiere erneut vor. Mit dabei: die ganze Familie, inklusive Schwester Iris, die passend zum Filmtitel sogar einen Hai im Haar trug.
Aus dem Tief direkt an den Müggelsee
Der Film hatte einen ernsten Hintergrund. Haußmann berichtete, dass ihn das Scheitern von „Hotel Lux“ stark getroffen habe. Das Projekt war mit einem großen Star-Ensemble besetzt und kostete 13 Millionen Euro, lief im Kino aber nicht wie erhofft. Ausgerechnet in dieser Phase brachte ihn Sven Regener auf eine neue Idee: ein gemeinsamer Film, der ihn aus dem Tief holen sollte. Daraus wurde „Hai-Alarm am Müggelsee“ – geschrieben, inszeniert und gespielt von beiden.
Ganz harmonisch lief die Zusammenarbeit offenbar nicht. Haußmann räumte ein, dass es bei der Doppelspitze von allem etwas gegeben habe: Eintracht, Eitelkeit und auch Konflikte. Sogar vom Set sei mal jemand weggelaufen – allerdings nur vorübergehend. Bei der Textarbeit waren die Rollen klar verteilt: Regener saß an der Tastatur, Haußmann kümmerte sich um die szenische Umsetzung. Ungewöhnlich für Haußmann: Improvisation war diesmal tabu.
Kult am See, Flaute an der Kinokasse
Auch vor der Kamera habe Regener Eindruck hinterlassen. Haußmann, selbst ausgebildeter Schauspieler, erzählte mit sichtlichem Vergnügen, dass ihm sein Mitstreiter mit einem angeklebten komischen Bart glatt die Show gestohlen habe. Dazu kamen zahlreiche bekannte Darsteller, die laut Haußmann mit dem im Filmgeschäft berüchtigten Modell der Gagenrückstellung gewonnen wurden – also mit späterer Beteiligung am Gewinn, der oft ausbleibt.
- „Hotel Lux“ kostete 13 Millionen Euro und floppte im Kino.
- „Hai-Alarm am Müggelsee“ entstand danach als Gemeinschaftsprojekt von Haußmann und Regener.
- An der Kinokasse war auch dieser Film kein Erfolg.
- Am Müggelsee, besonders in Friedrichshagen, gilt er inzwischen als Kultfilm.
Finanziell war auch „Hai-Alarm“ also kein Treffer. Laut Haußmann hätten die Schauspieler daran nichts verdient. Trotzdem hat der Film längst sein eigenes Publikum gefunden: In Friedrichshagen und rund um den Müggelsee genießt die schräge Mischung aus Katastrophenfilm und Bürokratie-Satire Kultstatus. Gerade deshalb war Haußmann gespannt, wie das Werk nun im Berliner Westen ankommt – bei einem Publikum, das den Film teils noch gar nicht kannte.
Foto: Wikimedia Commons / Heinrich Kämpchen, CC BY 4.0