Rätsel um Chameneis Sohn
In Teheran haben Zehntausende Abschied von Ajatollah Ali Chamenei genommen. Bei den Trauerfeiern fehlt ausgerechnet sein Sohn und ernannter Nachfolger Modschtaba Chamenei weiter – sein Zustand ist unklar.

Bei den Trauerfeiern für den getöteten iranischen Machthaber Ajatollah Ali Chamenei sorgt vor allem ein Name für neue Fragen: Modschtaba Chamenei. Der Sohn des langjährigen obersten Führers und als Nachfolger benannte Geistliche war auch am zweiten Tag der offiziellen Zeremonien in Teheran nicht zu sehen. Seit dem Angriff auf die Residenz seines Vaters am 28. Februar ist er nicht mehr öffentlich aufgetreten.
Chamenei war laut den vorliegenden Angaben zu Beginn des US-israelischen Krieges gegen den Iran bei einem Angriff in Teheran getötet worden. Neben dem 86-Jährigen starben demnach auch mehrere Angehörige und weitere hochrangige Vertreter der iranischen Führung. Dass Modschtaba selbst möglicherweise verletzt wurde und sein Zustand seither unklar ist, treibt die Spekulationen nun weiter an.
Andere Söhne treten auf
Während Modschtaba fehlt, nahmen seine Brüder Massud, Mostafa und Meysam an den Gebeten teil. Diese wurden laut Staatsmedien vom 97-jährigen Großajatollah Dschafar Sobhani geleitet. Ebenfalls vor Ort waren Präsident Massud Peseschkian, Parlamentspräsident und Chefunterhändler Mohammad-Baqher Ghalibaf sowie weitere Spitzenvertreter des iranischen Machtapparats. Auch Revolutionsgarden-Chef Ahmad Wahidi, der nur selten öffentlich erscheint, wurde bei der Zeremonie gezeigt.
Im Musalla-Komplex in Teheran standen fünf mit der iranischen Flagge bedeckte Särge auf einem Podium. Darin lagen neben Chamenei auch mehrere getötete Familienmitglieder. Auf seinem Sarg lag der für ihn typische schwarze Turban. Rund um das Gelände versammelten sich Zehntausende Trauernde, bei Temperaturen von mehr als 35 Grad mussten laut IRNA etwa 4.000 Menschen medizinisch versorgt werden.
So geht es mit der Beisetzung weiter
- Bis Montag bleibt der Leichnam in Teherans Musalla-Komplex aufgebahrt.
- Danach ist ein Trauerzug durch die Hauptstadt geplant.
- Am Dienstag soll der Sarg nach Kom gebracht werden.
- Am Mittwoch sind Stationen in schiitischen Heiligtümern im Irak vorgesehen.
- Die Beisetzung soll am Donnerstag in Maschhad stattfinden.
Dort, in seiner Heimatstadt im Nordosten des Iran, soll Chamenei zusammen mit den getöteten Familienmitgliedern begraben werden. Die anhaltende Abwesenheit seines Sohnes überschattet die sechstägigen Trauerfeiern damit weiter deutlich.
Foto: Wikimedia Commons / khamenei.ir, CC BY 4.0