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Politik19. Juli 2026, 15:00 Uhr · von Redaktion

Raketen-Hagel auf Kiew

Russland hat Kiew in der Nacht massiv mit ballistischen Raketen und Drohnen angegriffen. Laut Präsident Wolodymyr Selenskyj gab es mindestens einen Toten und 16 Verletzte, viele Geschosse waren auf die Hauptstadt gerichtet.

Raketen-Hagel auf Kiew

Die ukrainische Hauptstadt Kiew ist in der Nacht Ziel eines schweren russischen Angriffs geworden. Nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj feuerte Russland mehr als 40 Raketen verschiedener Typen sowie 120 Angriffsdrohnen ab. Ein grosser Teil der Geschosse sei auf die Hauptstadt gerichtet gewesen. Selenskyj sprach von einem der heftigsten ballistischen Angriffe auf Kiew. Gemeldet wurden ein Toter und 16 Verletzte.

In der Dreimillionenstadt waren laut Berichten dutzende Explosionen zu hören, darunter auch Detonationen der Flugabwehr. Mehrere Häuser und Autos wurden beschädigt oder zerstört. Bürgermeister Vitali Klitschko berichtete von Einschlägen und Schäden in mehreren Stadtteilen, ausserdem kam es zu Bränden. Nach Angaben der ukrainischen Flugabwehr wurden 23 Raketeneinschläge und 10 Drohnentreffer registriert. Ein erheblicher Teil der Angriffe konnte demnach abgefangen werden.

Flugabwehr wird zum Engpass

Selenskyj machte deutlich, dass der Schutz vor ballistischen Raketen für die Ukraine derzeit oberste Priorität habe. Kiew hatte zuletzt darauf hingewiesen, dass es an Lenkflugkörpern für das westliche Patriot-System mangele. Der Präsident forderte die Verbündeten erneut auf, zugesagte Luftabwehrsysteme und Abfangraketen schnell zu liefern. Nach seinen Angaben brauche das Land diese Munition täglich, um Menschenleben zu retten.

  • 1 Toter und 16 Verletzte laut Selenskyj
  • Über 40 Raketen und 120 Drohnen in der Nacht
  • Schäden und Brände in mehreren Stadtteilen Kiews

Moskau nennt Logistikzentren als Ziele

Aus Russland hiess es unterdessen, angegriffen worden seien in Kiew ein grosses Logistikzentrum der Post zur Lagerung von Bauteilen für Waffen sowie mehrere Betriebe zur Herstellung von Raketenkomponenten. Auch im Gebiet Kiew sei ein Zentrum für Teile zur Produktion weitreichender Drohnen getroffen worden. Unabhängig überprüfen liessen sich diese Angaben nicht. Zudem meldete Moskau weitere Angriffe auf die Hafeninfrastruktur im Raum Odessa, darunter auf Lager für militärische Güter und Treibstoffdepots.

Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als vier Jahren gegen die russische Invasion. Laut Selenskyj setzte Russland allein in dieser Woche rund 1450 Drohnen, mehr als 1640 Gleitbomben sowie 99 Raketen und Marschflugkörper ein. Informationen zu möglichen Schäden an militärisch genutzten Anlagen veröffentlicht Kiew ebenso wie Moskau nicht.

Foto: watson_ch