Polen zieht klare Grenze
Nach einem russischen Drohnenangriff nahe des Grenzübergangs Dorohusk-Jahodyn verschärft Polen seinen Sicherheitskurs. Getroffen wurden eine Tankstelle und die Lokomotive eines Passagierzuges auf der Strecke Kyjiw–Warschau.

Foto: Wikimedia Commons / 24april1975, CC BY 4.0
Der russische Krieg rückt für Polen bedrohlich nah an die eigene Grenze. Nach einem Drohnenangriff in der Nacht zum 13. September 2026 nahe des Grenzübergangs Dorohusk-Jahodyn hat die Regierung in Warschau ein deutliches Signal gesendet: Die Sicherheit an der Ostgrenze soll weiter gestärkt werden. Bei dem Angriff wurden eine Tankstelle und die Lokomotive eines Passagierzuges zerstört.
Regierung reagiert mit Härte
Ministerpräsident Donald Tusk beriet sich nach dem Vorfall mit den für die Sicherheit zuständigen Ministern und hohen Militärs. Im Anschluss kündigte er weitere Schritte zum Schutz der Grenzen an. Zudem will Tusk den Angriff mit den europäischen Partnern besprechen. Aus Warschau kommt damit die klare Botschaft, dass Polen auf eine mögliche gemeinsame Antwort mit Verbündeten vorbereitet sein will.
Auch Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz stellte sich demonstrativ hinter die Unterstützung der Ukraine. Aus seiner Sicht zielen Angriffe auf Grenzübergänge darauf ab, Menschen einzuschüchtern und Staaten von weiterer Hilfe abzubringen. Außenminister Radoslaw Sikorski sprach später von einer ernsten, aber nicht provokativen Reaktion, die vor allem die Sicherheit des Landes erhöhen solle.
Zug nach Warschau attackiert
Besonders brisant: Russland griff am Sonntagmorgen kurz vor der polnischen Grenze einen Passagierzug auf der Strecke Kyjiw–Warschau mit Drohnen an. Die Lokomotive wurde zerstört, doch alle Reisenden und die Besatzung konnten rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden.
- Zerstört wurden eine Tankstelle und die Lokomotive des Zuges.
- Alle Passagiere und die Crew wurden evakuiert.
- In der Nähe befanden sich zwei Sonderzüge mit Teilnehmern einer Sicherheitskonferenz aus Kyjiw.
Zu den Reisenden in diesen Sonderzügen gehörten mehrere bekannte europäische Politiker und Berater, darunter der ehemalige britische Premier Boris Johnson, der frühere schwedische Regierungschef Carl Bildt sowie Günter Sautter, der außen- und sicherheitspolitische Berater von Kanzler Friedrich Merz. Die polnische Politologin Katarzyna Piskorska berichtete, die Lage sei angespannt gewesen, die Evakuierung aber geordnet abgelaufen.
Quelle: DW Deutsch