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Politik5. Juli 2026, 15:00 Uhr · von Redaktion

Pistorius plant Pflicht für Litauen

Verteidigungsminister Boris Pistorius will für den Aufbau der Bundeswehrbrigade in Litauen notfalls Soldaten verpflichten. Nach seinen Angaben könnte es dabei um weniger als 1.000 Kräfte gehen.

Pistorius plant Pflicht für Litauen

Boris Pistorius zieht bei der Bundeswehr-Stationierung in Litauen eine Verpflichtung von Soldaten in Betracht. Der Verteidigungsminister sagte der „Bild am Sonntag“, für den Aufbau der deutschen Brigade könne es vor allem bei Mannschaftsdienstgraden und Spezialisten eng werden. Nach seiner Einschätzung geht es um unter 1.000 Soldaten, die notfalls zum Dienst herangezogen werden müssten.

Bislang seien die meisten Posten noch problemlos mit Freiwilligen besetzt worden. Trotzdem sieht Pistorius beim Personalbedarf eine klare Herausforderung. Die geplante Brigade in Litauen soll nach früheren Angaben aus rund 4.800 Soldaten sowie 200 zivilen Beschäftigten bestehen. Ihr Aufbau soll 2027 abgeschlossen sein. Hintergrund ist die Absicherung Litauens angesichts einer möglichen Bedrohung durch Russland.

Brigade als Signal an Russland

Die Stationierung gilt als wichtiger Teil der Nato-Abschreckung an der Ostflanke. Pistorius hatte zuletzt auch ein Manöver in Litauen besucht, an dem 2.900 Soldaten aus acht Nato-Staaten beteiligt waren. Dort wurde der Ernstfall geprobt.

  • Aufbau der Brigade: bis 2027 geplant
  • Umfang: 4.800 Soldaten und 200 zivile Kräfte
  • Mögliche Verpflichtung: unter 1.000 Soldaten

AfD und Ukraine ebenfalls Thema

Mit Blick auf die politischen Entwicklungen in Deutschland äußerte Pistorius außerdem große Sorgen über die Umfragewerte der AfD und die Möglichkeit einer AfD-Landesregierung in Sachsen-Anhalt im Herbst. Besonders heikel sei für ihn die Frage, wem Zugang zu geheimen Informationen gegeben werden könne. Der Minister verwies dabei auf die aus seiner Sicht erkennbare Nähe der AfD zu Russlands Präsident Wladimir Putin.

Vor dem Nato-Gipfel kündigte Pistorius zudem weitere Finanzhilfen für die Ukraine an. Laut Minister geht es bei EU-Krediten und einem neuen Fördertopf um insgesamt 70 Milliarden Euro. Deutschland werde dabei nach seinen Worten voraussichtlich den größten Einzelbetrag leisten. Eine Lieferung des Marschflugkörpers Taurus hält Pistorius derzeit nicht für erforderlich.

Foto: zdf