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Politik8. September 2026, 19:01 Uhr · von Redaktion

PISA-Tief setzt Politik unter Druck

Die neuen PISA-Ergebnisse sorgen in Deutschland für Alarm: In zentralen Bereichen liegen Schülerinnen und Schüler teils sogar unter dem Niveau von 2000. Gewerkschaften und Politik fordern nun schnelle Konsequenzen für mehr Bildungsgerechtigkeit.

PISA-Tief setzt Politik unter Druck

Foto: Luca Aless / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Die neuen PISA-Ergebnisse haben in Deutschland eine heftige Bildungsdebatte ausgelöst. Dass deutsche Schülerinnen und Schüler schwach abschneiden, kam für viele Beobachter zwar nicht völlig unerwartet. Trotzdem ist die Reaktion deutlich: In wichtigen Kompetenzbereichen liegen die Werte teilweise sogar unter denen aus dem Jahr 2000 – also jenem Vergleich, der damals als „PISA-Schock“ eine breite Reformdiskussion losgetreten hatte.

Alarm aus Politik und Verbänden

Entsprechend scharf fallen jetzt die Forderungen aus. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft verlangt ein „radikales Umsteuern“. GEW-Vorstandsmitglied Anja Bensinger-Stolze sieht vor allem die anhaltende Chancenungleichheit als zentrales Problem. Ihr Vorschlag: ein umfassender Masterplan gegen Bildungsarmut und soziale Ungerechtigkeit, verbunden mit deutlich mehr Geld für das System.

Auch das Deutsche Kinderhilfswerk dringt auf einen stärkeren Fokus auf Bildungsgerechtigkeit. Besonders Kinder aus armutsbetroffenen Familien dürften nicht weiter benachteiligt werden. Kritik kommt zudem aus der Opposition: Linken-Fraktionschefin Heidi Reichinnek wirft der Bundesregierung vor, bei der Bildungsgerechtigkeit zu versagen. Der Bildungserfolg hänge in Deutschland noch immer zu stark von der sozialen Herkunft ab.

SPD drängt auf Bildungsgipfel

Aus der SPD kommen ebenfalls konkrete Vorschläge. Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Natalie Pawlik, spricht sich für ein verpflichtendes letztes Kita- oder Vorschuljahr aus. Außerdem fordert sie verpflichtende Sprachstandserhebungen, damit Förderbedarf früh erkannt wird. Aus ihrer Sicht sind Sprachfähigkeiten und soziale Kompetenzen entscheidend, damit Kinder gut in den Schulalltag starten können.

  • GEW: Masterplan gegen Bildungsarmut
  • Kinderhilfswerk: mehr Fokus auf Chancengleichheit
  • SPD: verpflichtendes Vorschuljahr und Krisentreffen

Zusätzlich ruft die SPD-Bundestagsfraktion nach einem Krisentreffen auf Bundesebene. Die stellvertretende Fraktionschefin Dagmar Schmidt erwartet, dass Bundesbildungsministerin Karin Prien nun die Initiative übernimmt. Klar ist schon jetzt: Die neuen PISA-Zahlen sind mehr als nur ein schlechtes Zeugnis – sie setzen die Bildungspolitik erneut massiv unter Handlungsdruck.

Quelle: Tagesschau