Peppino di Capri ist tot
Italien trauert um Peppino di Capri: Der Sänger und Pianist starb kurz vor seinem 87. Geburtstag auf seiner Heimatinsel Capri. Mit Hits wie „St. Tropez Twist“ und zwei Siegen in Sanremo prägte er die Popgeschichte des Landes.

Italien verliert eine seiner großen Pop-Stimmen: Peppino di Capri ist tot. Der Sänger und Pianist starb kurz vor seinem 87. Geburtstag auf seiner Heimatinsel Capri im Golf von Neapel. Das teilte sein Management laut übereinstimmenden Medienberichten mit. In seiner Heimat galt er über Jahrzehnte als einer der beliebtesten Künstler des Landes.
Geboren wurde er am 27. Juli 1939 als Giuseppe Faiella in eine Musikerfamilie. Schon als Kind saß er am Klavier und spielte während des Zweiten Weltkriegs für auf Capri stationierte US-Soldaten. Ende der 1950er gründete er die Band I Rockers, mit der 1958 die ersten Erfolge kamen, darunter „Malattia“.
Zwischen Neapel, Twist und Beat
Sein Markenzeichen war die Verbindung aus neapolitanischer Liedtradition und modernen Einflüssen wie Jazz, Twist und Beat. Damit brachte er frischen Sound ins Nachkriegsitalien und bekam den Ruf als „italienischer Buddy Holly“. Zu seinen bekanntesten Songs zählen Sommerklassiker wie „St. Tropez Twist“, „Roberta“ und „Champagne“.
- „St. Tropez Twist“ schaffte es in Deutschland bis auf Platz drei der Charts.
- Di Capri veröffentlichte auch italienische Versionen internationaler Hits.
- Er sang seine Lieder zudem auf Deutsch, Englisch und Französisch.
Ein besonderer Punkt seiner Karriere: 1965 eröffnete er die Italien-Konzerte der Beatles. Eng verbunden war sein Name außerdem mit dem Festival von Sanremo. Dort trat er insgesamt 15-mal an und gewann zweimal: 1973 mit „Un grande amore e niente più“ und 1976 mit „Non lo faccio più“.
Späte Ehrung, große Trauer
Sein letztes Album erschien 2019. 2023 kehrte er noch einmal nach Sanremo zurück, wo er für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde. Peppino di Capri hinterlässt drei Kinder. Nach der Todesnachricht reagierten bereits Weggefährten aus der Musikwelt, auch Eros Ramazzotti erinnerte im Netz mit einem Bild und einem gebrochenen Herzen an den Verstorbenen.
Foto: Wikimedia Commons / Vito.Vita at Italian Wikipedia, CC BY-SA 3.0