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Promis10. Juli 2026, 19:01 Uhr · von Redaktion

Parkinson-Hoffnung aus Bonn

In Bonn startet ein neues Parkinson-Projekt mit 3,5 Millionen US-Dollar Förderung. Entwickelt werden Antikörper, die die Krankheit künftig zuverlässiger und vielleicht sogar per Haut- oder Blutprobe nachweisbar machen sollen.

Parkinson-Hoffnung aus Bonn

Neue Hoffnung aus der Forschung: Am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen in Bonn läuft ein Projekt an, das die Parkinson-Diagnose deutlich verbessern soll. Finanziert wird es von der Stiftung des Schauspielers Michael J. Fox, die dafür 3,5 Millionen US-Dollar bereitstellt. Im Fokus stehen Antikörper, die krankhafte Veränderungen im Körper gezielt sichtbar machen sollen.

Das Ziel ist klar: Parkinson soll künftig standardisierter und zuverlässiger erkannt werden. Langfristig könnte dafür womöglich sogar eine einfache Probe aus Haut oder Blut ausreichen. Koordiniert wird das Vorhaben vom DZNE in Bonn, eingebettet in eine US-Initiative, die ihre Daten weltweit frei zugänglich macht, um die Forschung schneller voranzubringen.

Warum die Antikörper so wichtig sind

Parkinson ist nach Alzheimer die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung. In Deutschland leben laut Parkinson-Gesellschaft rund 400.000 Betroffene mit der Krankheit, die bislang nicht heilbar ist. Bekannt ist, dass bei Parkinson Nervenzellen absterben, weil ihre Energieversorgung gestört ist. Solche Veränderungen zeigen sich nicht nur im Gehirn, sondern auch in Geweben wie Darm, Haut, Speiseröhre oder Blut.

  • Antikörper sollen an krankheitsrelevante Proteine andocken
  • Leuchtstoffe machen diese Strukturen unter dem Mikroskop sichtbar
  • So könnte der Nachweis von Parkinson präziser und besser vergleichbar werden

Tests in Bonn und den USA

Produziert werden zunächst neun gezielte Antikörper bei einem Unternehmen in San Diego. Besonders aussichtsreiche Kandidaten werden danach in Bonn auf ihre Zuverlässigkeit geprüft. Die Forschungsgruppe von Ayse Ulusoy arbeitet dafür mit Zellkulturen und Labormäusen mit parkinsonähnlichem Krankheitsbild. Ein weiterer Partner in den USA soll die Antikörper zusätzlich an menschlichen Gewebeproben testen.

Der Anschub aus der Michael-J.-Fox-Stiftung ist Teil eines viel größeren Engagements: Die Organisation hat nach eigenen Angaben bereits mehr als 2,5 Milliarden US-Dollar für die Parkinson-Forschung mobilisiert. Nun soll ein kleiner Teil davon dazu beitragen, dass die Krankheit künftig früher und verlässlicher erkannt werden kann.

Foto: ga_de