Paramount plant Kalifornien-Flucht
Paramount soll laut Medienberichten ab 1. Oktober einen Wegzug aus Kalifornien vorbereiten. Hintergrund ist die Wettbewerbsklage gegen die geplante Übernahme von Warner Brothers im Wert von rund 111 Milliarden Dollar.

Beim US-Unterhaltungskonzern Paramount deutet sich laut mehreren Medien ein großer Standortwechsel an. Wie unter anderem «Puck» und Bloomberg unter Berufung auf informierte Personen berichten, habe der Verwaltungsrat grünes Licht für den Start eines entsprechenden Plans ab dem 1. Oktober gegeben. Eine offizielle Stellungnahme des Unternehmens gab es zunächst nicht.
Auslöser soll die Wettbewerbsklage gegen die geplante Übernahme von Warner Brothers sein. Paramount-Chef David Ellison habe demnach einen auf fünf Jahre angelegten Umbau skizziert. Dabei soll ein Großteil der Jobs aus dem Film- und TV-Bereich verlagert werden. Falls die Übernahme zustande kommt, könnte laut den Berichten sogar ein Studiogelände in Hollywood zum Verkauf stehen.
Neue Standorte im Gespräch
Als mögliche Ziele werden mehrere republikanisch geprägte Bundesstaaten genannt. Sie gelten für Unternehmen oft als steuerlich attraktiver und weniger streng reguliert.
- Tennessee
- Georgia
- Texas
Ein ähnlicher Trend war in den vergangenen Jahren bereits bei anderen kalifornischen Konzernen zu beobachten. In diesem Fall ist die politische Brisanz aber besonders hoch: Die aktuelle Klage kommt aus Kalifornien und weiteren demokratisch regierten Bundesstaaten. Kaliforniens Generalstaatsanwalt Rob Bonta wertete die Berichte als Erpressungsversuch. Die Kläger befürchten unter anderem Nachteile für den Wettbewerb bei populären Filmen und zusätzlichen Druck auf Kinos.
Teurer Stillstand für den Konzern
Für Paramount wird die Sache auch finanziell heikel. Der Deal hat ein Volumen von rund 111 Milliarden Dollar. Vergangene Woche setzte eine Richterin den Prozess zu den Wettbewerbsklagen der Bundesstaaten und der Drehbuchautoren-Gewerkschaft auf Anfang März kommenden Jahres an. Weil die Übernahme damit kaum bis Ende September abgeschlossen sein dürfte, muss Paramount sehr wahrscheinlich mindestens 1,3 Milliarden Dollar extra zahlen. Die Frist für den Abschluss läuft bis zum 4. Juni 2027. Danach könnte Warner Brothers aussteigen und eine Vertragsstrafe von sieben Milliarden Dollar verlangen. Den Warner-Kauf hat Paramount wegen der Klagen vorerst auf Eis gelegt.