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Politik22. Juli 2026, 15:02 Uhr · von Redaktion

Neue Wälle teilen Gaza

Israels Armee hat im Gazastreifen laut AP kilometerlange Erdwälle errichtet. Die Barrieren sind demnach bereits 23 Kilometer lang, Palästinenser fürchten einen dauerhaften Gebietsverlust.

Neue Wälle teilen Gaza

Im Gazastreifen entstehen derzeit immer neue Barrieren: Nach Recherchen der Nachrichtenagentur AP hat Israels Armee in den vergangenen Monaten kilometerlange Erdwälle aufgeschüttet. Die Anlagen kommen laut Bericht inzwischen auf eine Gesamtlänge von 23 Kilometern. Das israelische Militär bestätigte den Bau gegenüber Medien. Unter vielen Palästinenserinnen und Palästinensern wächst damit die Sorge, dass Teile des Gebiets dauerhaft verloren gehen könnten.

Barrieren entlang der „gelben Linie“

Nach Darstellung der Armee verlaufen die Wälle entlang der sogenannten gelben Linie. Hinter diese Linie hatten sich israelische Truppen nach dem im Oktober 2025 vereinbarten Waffenstillstand mit der Hamas zurückgezogen. Laut AP deuten Satellitenbilder der Firma Planet Labs PBC allerdings darauf hin, dass einzelne Abschnitte auch außerhalb dieser Linie liegen könnten.

Die Sperranlagen ziehen sich durch mehrere palästinensische Ortschaften, die im Verlauf des Gaza-Krieges zerstört wurden. Wie hoch die Wälle an den einzelnen Stellen sind, geht aus dem Bericht nicht eindeutig hervor. Zusätzlich hat die Armee nach eigenen Angaben eine „Sicherheitszone“ an der Grenze eingerichtet, ausgestattet mit technischen und nachrichtendienstlichen Mitteln.

  • Gesamtlänge der Erdwälle laut AP: 23 Kilometer
  • Längster Abschnitt: rund 17 Kilometer zwischen Chan Junis und Gaza-Stadt
  • Im Süden wuchs das Netz im Juli binnen zwei Wochen um zwei Kilometer

Bau schreitet schnell voran

Besonders im Süden des Gazastreifens wächst das Netzwerk der Wälle offenbar zügig. Sollte das Tempo anhalten, könnte bald eine Verbindung zu dem derzeit längsten Wall entstehen, der seit Februar gebaut wird und ungefähr parallel zur israelischen Grenze verläuft. Im Norden zeigen Satellitenaufnahmen mehrere voneinander getrennte Erdwälle nahe der weitgehend zerstörten Stadt Beit Lahija.

AP berichtet außerdem, dass auf der anderen Seite der Grenze große Flächen und Gebäude dem Erdboden gleichgemacht wurden. Mehrere Städte, darunter Rafah, seien praktisch ausgelöscht, auch landwirtschaftliche Nutzflächen seien zerstört worden. Nach Angaben des Militärs soll die Kennzeichnung der gelben Linie verbessert werden, um Zwischenfälle zu vermeiden. Hintergrund sind tödliche Schüsse auf Palästinenserinnen und Palästinenser in Grenznähe, unter denen sich laut AP auch Kinder und andere Zivilpersonen befanden.