Neue Vorwürfe gegen Globus
Das abgespaltene Russlandgeschäft der Handelsgruppe Globus sorgt weiter für Kritik. Recherchen zeigen: Ein Hyperglobus-Markt bei Moskau unterstützte eine Gruppe, die Ausrüstung an russische Soldaten liefert; zudem sollen 86 Millionen Euro Steuern geflossen sein.

Die Trennung vom Russlandgeschäft sollte offenbar Distanz schaffen – doch bei Globus bleiben viele Fragen offen. Die Handelsgruppe hatte ihr Russlandgeschäft im vergangenen Jahr in die eigenständige Gesellschaft Hyperglobus ausgelagert. Laut der Recherche von „Plusminus“ ist die Verbindung aber weiter eng: Die Eigentümerfamilie Bruch hält demnach weiterhin die Mehrheit an dem Unternehmen.
Brisant ist das nicht nur wegen der wirtschaftlichen Präsenz in Russland seit dem Angriff auf die Ukraine. Anfang Oktober holte der saarländische Unternehmer Thomas Bruch auch Ex-Kanzler Gerhard Schröder in den Aufsichtsrat von Hyperglobus. Schröder gilt seit Jahren als enger Vertrauter von Wladimir Putin – entsprechend groß ist die politische Sprengkraft dieses Schritts.
Millionen an Steuern, neue Kritik
Zusätzlichen Druck erzeugen Angaben der ukrainischen Organisation Business4Ukraine. Danach sollen zwischen 2022 und 2025 insgesamt 86 Millionen Euro an den russischen Staat geflossen sein. Weder Globus noch Hyperglobus äußerten sich laut Quelle auf Anfrage zu diesen Steuerzahlungen.
Doch die Kritik geht noch weiter. Nach Recherchen von „Plusminus“ finanzierte ein Hyperglobus-Markt im Moskauer Vorort Balaschicha eine Gruppe mit dem Namen „Freiwillige von Balaschicha“. Nach außen wirkt sie wie eine lokale Hilfsinitiative. Beiträge auf ihrem Telegram-Kanal zeichnen allerdings ein anderes Bild.
Hilfe für Truppen im Kriegsgebiet
Dort ist laut Recherche zu sehen, wie Tarnnetze hergestellt und Ausrüstung für russische Soldaten verladen wird. Genannt werden unter anderem:
- Generatoren
- Drohnen
- Lebensmittel
- Anti-Drohnen-Umhänge
Die Gruppe arbeitet demnach eng mit der örtlichen Verwaltung zusammen und organisiert außerdem Veranstaltungen, bei denen für die russische Armee geworben wird. Russische Soldaten sollen sich in Videos sogar direkt für Lieferungen aus Balaschicha bedanken. Hyperglobus bestreitet laut Quelle eine Unterstützung. Der Fall zeigt dennoch, wie schnell wirtschaftliche Aktivitäten in Russland politisch und militärisch hochbrisant werden können.
Quelle: Tagesschau