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Politik11. Juli 2026, 19:00 Uhr · von Redaktion

Neue Tote nach Raketenangriffen

Russland hat die Ukraine in der Nacht erneut mit Raketen und Drohnen angegriffen. Mindestens sechs Menschen wurden getötet, während Außenminister Johann Wadephul trotz der Eskalation auf Verhandlungen drängt.

Neue Tote nach Raketenangriffen

Die Ukraine ist in der Nacht erneut schwer angegriffen worden. Nach offiziellen Angaben gab es mindestens sechs Tote und zahlreiche Verletzte. Betroffen waren mehrere Orte im Land, darunter auch die Hauptstadt Kiew. Dort wurden laut ukrainischer Seite mindestens elf Menschen verletzt, unter ihnen ein Kind.

Kiew, Sumy und Odessa betroffen

Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, Russland habe in der Nacht zwölf Raketen sowie 121 Drohnen eingesetzt. Ein Teil davon sei abgefangen worden, mehrere ballistische Raketen hätten ihre Ziele aber erreicht. Getroffen worden sei nach seinen Angaben auch zivile Infrastruktur wie Wohnhäuser und Bürogebäude.

  • In Kiew: mindestens 11 Verletzte
  • In Sumy: mindestens 4 Tote und 17 Verletzte
  • In Odessa: mindestens 2 Tote und 12 Verletzte

Besonders schwer traf es die nordostukrainische Stadt Sumy. Dort kamen nach Behördenangaben mindestens vier Menschen durch russische Gleitbomben ums Leben, darunter auch ein Mädchen. Zudem wurden mindestens 17 Personen verletzt. In Odessa im Süden des Landes wurden nach ukrainischen Angaben mindestens zwei Menschen getötet, nachdem eine Rakete in ein Gebäude eingeschlagen war.

Wadephul sieht Chance für Gespräche

Trotz der neuen Angriffe hält Bundesaußenminister Johann Wadephul den Moment für geeignet, einen neuen Verhandlungsversuch zu starten. Gegenüber dem Tagesspiegel sagte er, jetzt müsse ein sehr ernster Anlauf unternommen werden. Die zeitliche Nähe der Angriffe zum NATO-Gipfel wertet er als bewusstes Signal der Stärke. Die dort beschlossenen Finanzzusagen an die Ukraine seien aus seiner Sicht aber ebenso eine klare Botschaft an Moskau.

Auch aus Russland kamen Angaben zu den Zielen der Nacht. Das Verteidigungsministerium nannte demnach Drohnenproduktionsstätten in Kiew sowie Häfen in der Region Odessa. Die Ukraine meldete ihrerseits Angriffe auf mehr als zwei Dutzend russische Tanker und andere Schiffe im Asowschen Meer. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Angaben derzeit nicht.