Neue Tote nach Angriffen – Ukraine zielt auf Ölinfrastruktur
Russische Angriffe haben in mehreren Regionen der Ukraine erneut Todesopfer gefordert. Gleichzeitig meldet Kiew neue Drohnentreffer gegen Ölanlagen und militärisch wichtige Ziele weit im russischen Hinterland.
Die gegenseitigen Angriffe im russischen Krieg gegen die Ukraine haben erneut Tote und Verletzte gefordert. In der nordukrainischen Region Sumy starben nach Behördenangaben mindestens vier Menschen, als eine russische Gleitbombe in einem belebten Stadtviertel einschlug. Unter den Opfern seien auch ein fünfjähriges Kind und dessen Mutter. Außerdem wurden demnach 27 Menschen verletzt. Die Region an der Grenze zu Russland steht seit Langem unter schwerem Beschuss.
Auch in anderen Teilen des Landes wurden neue Opfer gemeldet. In der Region Dnipropetrowsk kamen bei zahlreichen Angriffen mit Drohnen, Artillerie und Bomben drei Menschen ums Leben. Zwei von ihnen starben in der Nähe von Nikopol am Fluss Dnipro. In der Stadt Saporischschja wurden laut Regionalverwaltung zwei weitere Menschen getötet, 21 weitere verletzt.
In Kiew wurde unterdessen ein Trauertag begangen. Hintergrund ist der schwere russische Angriff vom Donnerstag, bei dem in der Hauptstadt mindestens 30 Menschen getötet worden waren. Präsident Wolodymyr Selenskyj veröffentlichte Bilder der Zerstörung und rief die Partner der Ukraine dazu auf, den Druck auf Russland zu verstärken.
Angriffe bis an die Ostsee
Parallel dazu setzte die Ukraine ihre Drohnenangriffe auf russische Energieanlagen fort. Nach russischen Angaben wurde ein Ölterminal nahe St. Petersburg getroffen. Der zuständige Gouverneur erklärte, die Folgen des Angriffs seien technisch behoben worden, Opfer habe es nicht gegeben. Außerdem seien 67 ukrainische Drohnen abgefangen worden.
Selenskyj sprach von Treffern gegen Ölinfrastruktur in Häfen, die Russland Einnahmen für den Krieg verschaffe. Zudem seien Angriffe auf Kronstadt erfolgreich gewesen, einen militärisch wichtigen Marinestützpunkt. Hinweise in Videos aus Telegram-Kanälen deuten außerdem darauf hin, dass auch der Ölhafen von St. Petersburg selbst getroffen worden sein könnte. Offizielle Angaben der Stadtführung dazu gibt es bislang nicht. Das russische Verteidigungsministerium bestätigte lediglich Angriffe auf das Umland.