Neue Angriffe schüren Angst
Die USA haben den Iran in der siebenten Nacht in Folge angegriffen. Gleichzeitig meldet Teheran Vergeltungsschläge in Golfstaaten, während die Sorge vor einer Ausweitung des Krieges weiter wächst.

Im Krieg zwischen den USA und dem Iran ist weiter keine Beruhigung in Sicht. In der Nacht auf Samstag griffen US-Streitkräfte nach eigenen Angaben erneut Ziele im Iran an – es war bereits die siebente Angriffsnacht in Folge. Washington sprach von Attacken auf Überwachungsanlagen, unterirdische Waffenlager und weitere militärische Infrastruktur. Iranische Medien berichteten dagegen erneut von Treffern auf zivile Einrichtungen.
Angriffe im Süden, Probleme für die Bevölkerung
Wo genau die USA zuschlugen, blieb laut Militärangaben offen. Der iranische Staatssender meldete Explosionen bei Sirik nahe der Straße von Hormus sowie rund um die Küstenstadt Bandar Abbas. Aus der Provinz Hormusgan wurden zudem neue Angriffe auf Brücken gemeldet. Ein regierungsnaher Sender berichtete dort von mindestens drei Toten und acht Verletzten. In der Küstenregion Jask ist laut iranischen Angaben außerdem die Wasserversorgung für Tausende Menschen ausgefallen – und das bei großer Hitze.
- US-Angriffe laut Washington auf militärische Ziele
- Iranische Medien melden Schäden an ziviler Infrastruktur
- Wasserversorgung in Jask unterbrochen
Vergeltung in den Golfstaaten
Parallel dazu weitete sich der militärische Schlagabtausch auf Nachbarländer aus. Kuwait und Bahrain wurden nach Berichten erneut von iranischen Gegenschlägen getroffen. Kuwait meldete Schäden an einer Anlage zur Stromerzeugung und Meerwasserentsalzung, in einem Teil der Einrichtung brach Feuer aus. Auch aus Saudi-Arabien und Jordanien wurden Explosionen gemeldet; in beiden Ländern befinden sich US-Stützpunkte. Angaben der iranischen Revolutionsgarde, wonach in Jordanien zwei US-Kampfflugzeuge zerstört worden seien, ließen sich bislang nicht unabhängig bestätigen.
Für zusätzliche Verwirrung sorgten Berichte über brennende Öltanker im Süden der Straße von Hormus. Das US-Regionalkommando Centcom wies entsprechende Behauptungen als falsch zurück. Zuvor hatte ein iranischer Sender unter Berufung auf die Revolutionsgarde auch den Abschuss einer US-Drohne im Raum Buschehr gemeldet.
Beobachter warnen inzwischen offen vor einer weiteren Eskalation. Laut einem Bericht des „Wall Street Journal“ wollen die USA mit Angriffen auf Brücken und andere Ziele im Landesinneren den Druck erhöhen und iranische Attacken auf die Schifffahrt in der Straße von Hormus stoppen. Der Sicherheitsexperte Saeid Golkar warnte, die Lage könne außer Kontrolle geraten. Gleichzeitig droht auch aus dem Jemen neuer Druck: Die mit Teheran verbündete Huthi-Miliz warnte Saudi-Arabien vor einer möglichen „Belagerung“.