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Musik & Film21. Oktober 2026, 13:00 Uhr · von Redaktion

Netflix kämpft ums Tempo

Netflix wächst weiter, aber deutlich langsamer als zuletzt. Trotz 12,87 Milliarden Dollar Umsatz und starkem Quartalsgewinn reagierten Anleger nervös, die Aktie verlor nachbörslich knapp fünf Prozent.

Netflix kämpft ums Tempo

Foto: Coolcaesar at English Wikipedia / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Netflix bleibt zwar die Nummer eins im Streaming, doch der Vorsprung schrumpft. Der US-Konzern hat im vergangenen Quartal überraschend viel verdient, getragen unter anderem von der zweiten Staffel von „The Gentlemen“ und der Neuauflage von „Unsere kleine Farm“. Beim Wachstum zeigt die Kurve aber klar nach unten: Der Umsatz legte in den vergangenen drei Monaten nur noch um knapp zwölf Prozent auf 12,87 Milliarden Dollar zu – so schwach wie seit rund drei Jahren nicht mehr.

Börse reagiert sofort

Auch der Ausblick konnte die Märkte nicht beruhigen. Für das Schlussquartal 2026 rechnet Netflix mit einem Umsatzplus von zwölf Prozent auf 13,4 Milliarden Dollar. Gleichzeitig senkte das Unternehmen seine Erwartung bei den Werbeeinnahmen: Statt etwa drei Milliarden Dollar peilt der Streamingdienst nun nur noch rund 2,7 Milliarden Dollar an. Anleger quittierten das umgehend – die Aktie fiel im nachbörslichen Handel an der Wall Street um knapp fünf Prozent.

Ein Grund für den Druck ist die immer stärkere Konkurrenz. Vor allem YouTube gewinnt laut Nielsen weiter Marktanteile und kommt demnach auf fast doppelt so viel Nutzungszeit wie Netflix. Co-Chef Ted Sarandos hatte bereits eingeräumt, dass das Unternehmen nicht so schnell wachse, wie er es sich wünsche. Zusammen mit Greg Peters kündigte er an, Netflix wieder stärker als unverzichtbaren Unterhaltungsdienst positionieren zu wollen.

Mehr Live-Inhalte, mehr Zeit am Bildschirm

Damit das klappt, setzt Netflix stärker auf Angebote, die Zuschauer länger binden – und damit auch das Werbegeschäft ankurbeln. Denn der Konzern baut seit Jahren auf werbefinanzierte Abos, die langfristig höhere Erlöse bringen sollen.

  • mehr Live-Übertragungen von Konzerten und Sportereignissen
  • stärkerer Fokus auf Inhalte mit hoher Bindung
  • zusätzliche Lizenzdeals, etwa mit Walt Disney

Dazu kommt ein Qualitätsproblem: Bei jüngsten Preisverleihungen gingen Netflix-Produktionen weitgehend leer aus. Nach großen Erfolgen wie „Stranger Things“ oder „Squid Game“ fehlten zuletzt neue Titel mit ähnlich großem kulturellem Echo. Der Konzern weiß also, wo die Baustellen liegen – und dass neue Hits jetzt dringender gebraucht werden denn je.

Quelle: Tagesschau