JETZT LIVE
Politik19. Oktober 2026, 15:00 Uhr · von Redaktion

Naturgipfel ringt um Schutzplan

In Jerewan hat die Weltnaturkonferenz COP17 begonnen. Fast 200 Staaten beraten, wie bis 2030 rund 30 Prozent der Land- und Meeresflächen wirksam geschützt werden können – doch der Fortschritt ist bisher zu langsam.

Naturgipfel ringt um Schutzplan

Foto: Wikimedia Commons / Xuthoria, CC BY-SA 4.0

In Armeniens Hauptstadt Jerewan hat die COP17 begonnen – und der Druck ist hoch. Fast 200 Vertragsparteien der UN-Konvention über die biologische Vielfalt beraten dort, wie eines der zentralen Ziele des Weltnaturabkommens doch noch erreicht werden kann: bis 2030 rund 30 Prozent der weltweiten Land- und Meeresflächen wirksam unter Schutz zu stellen.

Beschlossen wurde dieses Ziel vor vier Jahren als Teil eines Katalogs von 23 Zielen. Doch ob der Plan aufgeht, ist offen. Nach Einschätzung des UN-Biodiversitätssekretariats kommen viele Staaten nicht schnell genug voran. Vor allem dort, wo wirtschaftliche Interessen betroffen sind, stockt die Umsetzung. Selbst wenn alle bisherigen Zusagen eingehalten würden, wäre das 30-Prozent-Ziel nach jetzigem Stand nicht sicher erreicht.

Deutschland setzt auf Kooperation

Bundesumweltminister Carsten Schneider will in der zweiten Konferenzwoche nach Jerewan reisen und an den Verhandlungen teilnehmen. Die Bundesregierung kündigte zuletzt an, die internationale Zusammenarbeit beim Schutz der biologischen Vielfalt auszubauen. Für Schutzgebiete in Afrika sagte Berlin 100 Millionen Dollar zu, dazu kamen weitere 200 Millionen Dollar von Stiftungen.

  • Deutschland will Arten- und Klimaschutz enger zusammenbringen
  • Für afrikanische Schutzgebiete wurden 100 Millionen Dollar zugesagt
  • Zusätzlich wurden 200 Millionen Dollar aus Stiftungen mobilisiert

Allerdings gibt es auch Kritik: Die deutschen Mittel für Biodiversität sind zuletzt gesunken. Gleichzeitig wächst der Finanzbedarf weltweit weiter – denn ohne zusätzliche Mittel lassen sich neue Schutzstrategien kaum umsetzen.

Mehr Blick auf übersehene Arten

Ein Thema in Jerewan sind auch Arten, die bislang im Naturschutz oft durchs Raster fallen. Dazu gehören laut der Frankfurter Mykologin Meike Piepenbring etwa Pilze. Von ihnen sei bisher nur rund ein Prozent in der Roten Liste bewertet. Dabei sind Pilze für Böden, Stoffkreisläufe und das Wachstum vieler Pflanzen unverzichtbar. Auf der COP17 soll deshalb eine neue Schutzstrategie vorgestellt werden.

Quelle: Tagesschau