NATO stoppt Drohne über Litauen
Über Litauen haben NATO-Kampfjets eine Drohne abgeschossen, die nahe der Hauptstadt Vilnius entdeckt worden war. Präsident Gitanas Nauseda dankte der Allianz und betonte die Bedeutung der Luftverteidigung in der Region.

Foto: Wikimedia Commons / Augustas Didžgalvis, CC BY-SA 4.0
Über Litauen ist es zu einem heiklen Zwischenfall im Luftraum gekommen: NATO-Kampfjets haben nach Angaben der Regierung eine Drohne abgeschossen, die in das Land eingedrungen war. Der unbemannte Flugkörper war demnach in der Nähe von Vilnius gesichtet worden. Daraufhin stiegen Jets der Allianz auf.
Bestätigt wurde der Einsatz vom nationalen Krisenmanagementzentrum. Auch Präsident Gitanas Nauseda meldete sich zu Wort und bedankte sich öffentlich bei den NATO-Kräften für deren schnelles Eingreifen. Für Litauen ist der Vorfall besonders sensibel, weil das Land seine Sicherheitslage seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine als deutlich angespannter bewertet.
Angespannte Lage im Baltikum
Litauen grenzt sowohl an die russische Exklave Kaliningrad als auch an Belarus, einen engen Verbündeten Moskaus. Aus Sicht der Regierung ist die Einsatzbereitschaft der NATO deshalb ein zentraler Sicherheitsfaktor für die gesamte Region. Nauseda stellte klar, dass Litauen seinen Luftraum gemeinsam mit den Bündnispartnern schützen werde.
- Drohne nahe Vilnius entdeckt
- NATO-Jets steigen auf und schießen den Flugkörper ab
- Litauens Präsident dankt der Allianz
Warnungen vor möglicher Eskalation
Hintergrund sind nach Regierungsangaben auch Erkenntnisse des litauischen Militärgeheimdienstes. Demnach gibt es Informationen, wonach Russland Angriffe auf kritische Infrastruktur in den baltischen Staaten in Erwägung ziehen könnte. Das unterstreicht, warum der Schutz des Luftraums für Litauen derzeit eine besonders hohe Priorität hat.
Parallel dazu läuft bereits ein weiterer sicherheitspolitisch wichtiger Schritt: Die Bundeswehr baut in Litauen derzeit eine deutsche Panzerbrigade auf. Der Verband soll 4.800 Soldaten umfassen und bis 2027 gefechtsbereit sowie eigenständig handlungsfähig sein. Der Abschuss der Drohne zeigt nun, wie angespannt die Lage an der NATO-Ostflanke bleibt.
Quelle: Tagesschau