Mindestens 15 Tote nach Angriffen
Russland und die Ukraine haben sich erneut gegenseitig angegriffen. Bei russischen Attacken im Raum Kiew und in Slowjansk wurden nach ukrainischen Angaben mindestens 15 Menschen getötet, fast 100 weitere verletzt.

Die Kämpfe zwischen Russland und der Ukraine haben sich erneut zugespitzt. In der Nacht auf Freitag griff die Ukraine nach russischen Angaben mit Hunderten Drohnen Ziele in Russland an, darunter den Onlinehändler Wildberries und ein Rüstungsunternehmen. Wenige Stunden später folgten russische Angriffe auf mehrere Orte in der Ukraine. Nach ukrainischen Angaben wurden dabei im Großraum Kiew und in Slowjansk mindestens 15 Menschen getötet.
Raketenangriff bei Kiew
Nach Angaben der ukrainischen Nachrichtenagentur Ukrinform kamen im Umland der Hauptstadt zehn Menschen ums Leben, fast 100 weitere wurden verletzt. Unklar blieb zunächst, welches Ziel genau getroffen wurde. Der Sprecher der Luftstreitkräfte sprach von einem privaten Sportkomplex. Der Gründer des Drohnenherstellers First Contact sagte dagegen, die Rakete habe ein Übungsgelände getroffen, auf dem eine Rüstungsmesse stattgefunden habe.
Der Branchenverband der ukrainischen Rüstungsindustrie bestätigte, dass Vertreter der Branche vor Ort gewesen seien. Organisiert habe der Verband die Veranstaltung aber nicht. Generalstaatsanwalt Ruslan Krawtschenko leitete ein Verfahren wegen des Verdachts auf Amtspflichtverletzung bei Planung und Durchführung ein. Zugleich sprach er von einem Kriegsverbrechen.
Weitere Tote in Slowjansk
Auch die ostukrainische Stadt Slowjansk wurde erneut getroffen. Der Gouverneur der Region Donezk, Wadym Filaschkin, meldete nach einem Angriff mit Gleitbomben mindestens fünf Tote und neun Verletzte. Beschädigt worden seien unter anderem private Wohnhäuser, eine Fabrik und das Gebäude des lettischen Honorarkonsuls. Bereits am Donnerstagabend waren dort bei Bombenabwürfen mehr als ein Dutzend Zivilisten verletzt worden.
- Mindestens 10 Tote im Raum Kiew
- Mindestens 5 Tote in Slowjansk
- Fast 100 Verletzte rund um die Hauptstadt
Russland meldete zudem Angriffe auf die ukrainischen Häfen Odessa, Mykolajiw und Ismajil. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Angaben nicht. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas kündigte an, wegen des Angriffs auf Slowjansk den russischen Botschafter einzubestellen und neue Sanktionen gegen Russlands militärisch-industriellen Komplex vorzuschlagen. Lettland bestellte ebenfalls den russischen Geschäftsträger ein und teilte mit, dass zwei Mitarbeiter des Konsulats verletzt worden seien.