Milan Knizak mit 86 gestorben
Der tschechische Aktionskünstler Milan Knizak ist tot. Der frühere Leiter der Prager Nationalgalerie starb im Alter von 86 Jahren, wie Kulturminister Oto Klempir mitteilte.

Die tschechische Kunstszene trauert um Milan Knizak: Der Aktionskünstler und frühere Direktor der Prager Nationalgalerie ist im Alter von 86 Jahren gestorben. Die Nachricht wurde am Sonntag vom tschechischen Kulturminister Oto Klempir auf X bekanntgegeben.
Knizak galt als markante Figur der Gegenwartskunst in Tschechien. Der Minister würdigte, dass in seinem Schaffen die Freiheit des Menschen und die Freiheit des Kunstwerks zentral gewesen seien. Auch als Lehrer habe Knizak viele junge Künstlerinnen und Künstler beeinflusst und über Generationen hinweg Spuren hinterlassen.
Von der Untergrundszene ins Kulturestablishment
Schon während der sozialistischen Zeit war Knizak in der Untergrund-Kunst aktiv. Er gehörte zur Fluxus-Bewegung und nahm an Happenings teil. Außerdem gründete er die Rockgruppe Aktual. Nach der demokratischen Wende 1989 wurde er Rektor der Akademie der Bildenden Künste in Prag.
- geboren am 19. April 1940 in Pilsen
- aufgewachsen in Marienbad
- Ausstellungen unter anderem in Deutschland, Frankreich, den USA und Japan
- 2010 mit der tschechischen Verdienstmedaille ausgezeichnet
Prägende, aber umstrittene Amtszeit
Von 1999 bis 2011 leitete Knizak die Prager Nationalgalerie mit ihrer bedeutenden Kunstsammlung. Seine Zeit an der Spitze des Hauses blieb jedoch nicht ohne Konflikte. Kritikerinnen und Kritiker warfen ihm einen autoritären Führungsstil vor und bemängelten, dass es zu wenig Zusammenarbeit mit Museen im Ausland gegeben habe.
Besonders umstritten war, dass Leihgaben ins Ausland zeitweise ganz gestoppt wurden. Hintergrund war die Sorge, Kunstwerke könnten wegen Rechtsstreitigkeiten des Staates beschlagnahmt werden. Knizak bleibt damit als ein Künstler in Erinnerung, der die tschechische Kunstwelt stark geprägt hat – als Provokateur, Pädagoge und Kulturmanager gleichermaßen.
Foto: Wikimedia Commons / User:Che, CC BY-SA 2.5